Chopard Ankauf Wien

Chopard – Uhren und Schmuck verkaufen und bewerten lassen

Eine Manufaktur, zwei Familien, vier Generationen

Chopard-Stücke kommen in Wiener Nachlässen aus zwei sehr unterschiedlichen Richtungen: Die einen sind Schmuckstücke, oft Happy-Diamonds-Anhänger oder -Armbänder aus den 1980er und 1990er Jahren, mit den charakteristischen frei beweglichen Diamanten zwischen zwei Saphirglasscheiben. Die anderen sind Uhren – häufig Mille-Miglia-Chronographen aus der gemeinsamen Geschichte mit dem italienischen Oldtimer-Rennen, oder seltener: L.U.C-Manufakturwerke, die in der Sammlerwelt zu den unterschätztesten Schweizer Uhren überhaupt zählen.

Die Bewertung verlangt deshalb eine genaue Zuordnung: Was bei einem Goldschmiedegeschäft passend wäre, deckt sich nicht mit dem Markt für komplizierte Manufakturuhren. Bei Chopard ist diese Trennung besonders wichtig.


Chopard – die Geschichte einer Manufaktur in zweiter Familienhand

Chopard wurde 1860 in Sonvilier im Berner Jura von Louis-Ulysse Chopard gegründet, einem 24-jährigen Uhrmacher, der sich auf präzise Taschenuhren und Chronometer spezialisierte. Seine Qualität sprach sich rasch herum: Um die Jahrhundertwende belieferte Chopard unter anderem den russischen Zarenhof. 1937 verlegte Paul-André Chopard, ein Enkel des Gründers, den Sitz nach Genf – in die Metropole der hochwertigen Uhrmacherei.

In den 1960er Jahren stand die Manufaktur vor einem klassischen Familienunternehmens-Problem: Es gab keinen Nachfolger. 1963 verkaufte Paul-André Chopard das Unternehmen an Karl Scheufele III., einen deutschen Juwelier und Uhrmacher aus Pforzheim, dessen Familie seit drei Generationen die Manufaktur ESZEHA führte. Die Familie Scheufele bewahrte den Namen Chopard – und führt das Unternehmen heute in der dritten Generation: Karl-Friedrich Scheufele verantwortet die Uhren, Caroline Scheufele die Schmucksparte.

Diese Doppelspitze hat Chopards heutiges Profil geprägt:

1976 entwarf der Designer Ronald Kurowski die Happy Diamonds – eine Konstruktion mit frei beweglichen Diamanten zwischen zwei Saphirglasscheiben, die ihren Schliff durch das ständige Tanzen besser zur Geltung bringen. Caroline Scheufele entwickelte das Prinzip später zu einer eigenen Schmucklinie weiter, 1993 entstand die Happy Sport als Verbindung von Happy Diamonds und sportlicher Armbanduhr.

1988 wurde Chopard offizieller Zeitnehmer der Mille Miglia Storica, der historischen Neuauflage des italienischen Tausend-Meilen-Rennens von Brescia nach Rom und zurück. Karl-Friedrich Scheufele fährt selbst regelmäßig mit – die seit damals jährlich aufgelegten Mille-Miglia-Chronographen sind in der Sammlerwelt eine eigene Kategorie.

1996 stellte Chopard die L.U.C-Linie vor – benannt nach den Initialen des Gründers Louis-Ulysse Chopard. Mit dem Kaliber 1.96 baute die Manufaktur erstmals ein eigenes Automatikwerk, gefertigt in der Manufaktur Fleurier im Val-de-Travers. Seither hat Chopard L.U.C über zwanzig Manufakturkaliber entwickelt, mehrere davon mit dem Genfer Siegel (Poinçon de Genève) zertifiziert. Die Linie spielt in derselben uhrmacherischen Liga wie Patek Philippe, Vacheron Constantin oder A. Lange & Söhne – ohne deren öffentliche Sichtbarkeit zu erreichen.

2018 stellte Chopard die gesamte Gold- und Platinverarbeitung auf zertifiziert ethisch geschürftes Material um – ein Bekenntnis, das in der Hochuhrmacherei zu diesem Zeitpunkt einzigartig war.


Warum sind Chopard-Stücke heute besonders gesucht?

Chopard ist in zwei Märkten zu Hause, die nur teilweise überlappen. Im Schmuck ist die Marke fest etabliert – als offizieller Partner der Filmfestspiele von Cannes (seit 1998) hat Caroline Scheufele die Red-Carpet-Collection zu einer der sichtbarsten Linien hochkarätigen Schmucks überhaupt gemacht. Happy-Diamonds-Schmuck aus den 1980er bis frühen 2000er Jahren ist in Wiener Erbschaften häufig zu finden und erzielt am Sekundärmarkt stabile Preise.

Im Uhrenbereich teilt sich der Sammlermarkt klar in zwei Lager: Die L.U.C-Linie ist Sammlergebiet im engeren Sinn und wird bei spezialisierten Auktionen wie Phillips „The Geneva Watch Auction“, bei Christie’s, Sotheby’s und im Wiener Dorotheum versteigert. Mille-Miglia-Modelle sprechen eine eigene Sammlerkultur an – häufig sind die Käufer auch Oldtimer-Liebhaber, das Modelljahr und die jeweilige Renn-Edition spielen eine zentrale Rolle.

Was beide Segmente eint: Chopard ist im Vergleich zu Rolex oder Patek Philippe deutlich konservativer bewertet. Die spekulativen Aufschläge der Boom-Jahre 2020–2022 sind hier weitgehend ausgeblieben, was die Preise nüchterner und nachvollziehbarer macht.


Welche Chopard-Modelle haben Sammlerwert?

L.U.C – die Manufakturlinie. Das Einstiegsmodell L.U.C 1860 (mit dem Manufakturkaliber L.U.C 1.96) liegt im Neupreis bei 13.000 bis 15.000 Euro, am Sekundärmarkt entsprechend darunter. Komplikationen wie der L.U.C Quattro (vier gestapelte Federhäuser, neun Tage Gangreserve) bewegen sich bei 28.000 bis 35.000 Euro, der L.U.C Perpetual Twin (ewiger Kalender) bei 60.000 bis 80.000 Euro. L.U.C Tourbillon-Modelle und Stücke mit Genfer Siegel erreichen sechsstellige Beträge. Diese Linie wird im Sammlermarkt nach wie vor zu Preisen angeboten, die in Relation zur uhrmacherischen Substanz auffallend günstig sind – eine der wenigen Gelegenheiten am Hochuhren-Markt.

Mille Miglia. Die jährlichen Editionen seit 1988 sind ein eigenes Sammelgebiet. Modelle der frühen 1990er Jahre (oft mit Lucent-Steel-Lünette oder Reifenprofil-Armband) werden zwischen 3.000 und 6.000 Euro gehandelt. Aktuelle Mille Miglia GTS Chronographen liegen am Sekundärmarkt bei 4.500 bis 7.500 Euro, limitierte Renn-Editionen und Stücke mit besonderen Provenienzen (gefahrene Mille Miglia, signierte Stücke) erreichen deutlich höhere Werte. Die Mille Miglia Chronograph Race Edition und die Jacky Ickx Editions sind eigene Sammelkategorien.

Happy Sport und Happy Diamonds. Die Happy Sport in 36 mm liegt am Sekundärmarkt bei 4.500 bis 9.000 Euro, größere Modelle oder Versionen mit besetzter Lünette deutlich höher. Happy-Diamonds-Schmuck – Anhänger, Armbänder, Ringe und Ohrringe – wird stark vom Goldwert, der Diamantenqualität und der Modellseltenheit bestimmt; klassische Stücke der 1980er und 1990er Jahre liegen je nach Größe und Ausführung zwischen mittleren dreistelligen Werten und mehreren tausend Euro.

Alpine Eagle. Die 2019 eingeführte Sportuhr, von Karl-Friedrich Scheufele als modernes Echo der St. Moritz von 1980 konzipiert (eines der frühesten Edelstahl-Sportluxe-Modelle der Marke). Die Stahl-Version (Ref. 298600-3001) liegt am Markt bei 14.000 bis 18.000 Euro, Versionen in Lucent Steel und mit Bracelet entsprechend höher. Eine der wenigen modernen Chopard-Linien, die am Sekundärmarkt einen leichten Aufschlag zum Listenpreis erzielt.

Vintage und Sammlerstücke. Vintage-Chopard-Taschenuhren aus den späten 19. und frühen 20. Jahrhundert (insbesondere für den russischen Markt) sind seltene Sammlerstücke und werden bei spezialisierten Auktionen versteigert. Die St. Moritz aus den 1980er Jahren ist auf dem Sammlermarkt für 2.500 bis 5.000 Euro zu finden.


Worauf bei Bewertung und Echtheit zu achten ist

Referenznummer und Seriennummer. Chopard verwendet zwei Nummernsysteme: die Modellreferenz (vier- bis sechsstellig, oft mit Vorgesetzten Buchstaben) und die individuelle Seriennummer. Beide finden sich am Gehäuse, bei L.U.C-Modellen auch auf dem Werk durch den Glasboden sichtbar.

Werknachweis bei L.U.C. Die L.U.C-Manufakturkaliber sind die wertbestimmende Substanz dieser Linie. Modelle mit fremden Werken (etwa zugekauften ETA-Basiskalibern) liegen deutlich unter den Manufakturmodellen, auch wenn sie äußerlich ähnlich aussehen. Der Blick durch den Saphirboden auf die Werkbezeichnung ist entscheidend.

Genfer Siegel. Einige L.U.C-Modelle tragen das Poinçon de Genève – jenes Genfer Qualitätssiegel, das nur an Werke aus dem Kanton Genf verliehen wird, die strenge Verarbeitungskriterien erfüllen. Modelle mit Genfer Siegel sind systematisch höher bewertet.

Box und Papiere. Bei Chopard wie bei jeder hochwertigen Uhrenmarke liegt der Wertaufschlag für ein vollständiges Set (Originalbox, Garantiekarte, Anleitung, eventuelle Servicebelege) bei rund 15 bis 25 Prozent.

Happy Diamonds – Konstruktion prüfen. Die freien Diamanten zwischen den Saphirgläsern können bei beschädigter Konstruktion austreten. Vor der Bewertung sollte die Funktion geprüft werden – verklemmte oder fehlende Steine senken den Wert deutlich.

Mille Miglia – Edition und Jahr. Bei der Mille Miglia ist die Zuordnung zur jeweiligen Jahresedition (mit Renndatum auf dem Zifferblatt oder Gehäuseboden) wertbestimmend. Manche Editionen sind als Liebhaberstücke deutlich höher gehandelt als ihre Auflagen vermuten lassen.


Wie läuft ein Ankauf bei Paul Grosslicht ab?

Der erste Schritt ist einfach: Schicken Sie uns Fotos der Uhr oder des Schmuckstücks – Vorder- und Rückseite, das Werk wenn möglich, vorhandene Box und Papiere. Bei Schmuck zusätzlich Punzen-Detailaufnahmen. Auf Basis dieser Aufnahmen erhalten Sie eine erste Einschätzung, ob und in welchem Rahmen ein Ankauf möglich ist.

Bei konkretem Interesse kommt Paul Grosslicht persönlich zu Ihnen – vorwiegend in Ostösterreich, kurzfristige Termine sind möglich. Die Besichtigung und Bewertung sind kostenlos und unverbindlich. Bei besonders wertvollen Stücken empfiehlt sich der Termin am Geschäftssitz in der Piaristengasse, wo unter Lupe und mit den nötigen Hilfsmitteln in Ruhe geprüft werden kann.

Wenn beide Seiten sich einigen, kann die Abwicklung sehr rasch gehen. Eine Auszahlung noch am selben Tag ist in vielen Fällen möglich.


Warum Paul Grosslicht kontaktieren?

Paul Grosslicht betreibt den Wiener Kunsthandel seit über 35 Jahren – das Familienunternehmen in dritter Generation. Der Tätigkeitsschwerpunkt liegt im An- und Verkauf erlesener Antiquitäten und Kunstgegenstände, von Gemälden und Kunstobjekten bis hin zu Schmuck und Uhren. Fallweise besteht eine Kooperation mit dem Dorotheum in Wien, was für besondere Stücke zusätzliche Vermarktungswege eröffnet.

Ob aus einem Nachlass, einer aufzulösenden Sammlung oder als Einzelstück: Der Erstkontakt ist unverbindlich, die Bewertung kostenlos. Und wer keine Zeit verlieren möchte, bekommt rasch Klarheit.