Maria Lassnig Ankauf Wien

Maria Lassnig: Gemälde verkaufen und bewerten lassen

Die Malerin des Körpergefühls

Maria Lassnig malte nicht, wie ihr Körper aussieht. Sie malte, wie er sich anfühlt: der Druck auf der Stirn, die Spannung im Nacken, das Ziehen in den Gliedern. Diese „Körperbewusstseinsmalerei“, wie sie ihre Methode selbst nannte, machte die Kärntnerin zu einer der international einflussreichsten Künstlerinnen des 20. und 21. Jahrhunderts. Ihre Selbstporträts in Grün, Rosa und Blau hängen heute im Museum of Modern Art in New York, im Stedelijk Museum Amsterdam und in der Albertina in Wien.

Am Kunstmarkt ist Lassnig ein Sonderfall: Kein Werk einer österreichischen Künstlerin oder eines österreichischen Künstlers der Gegenwartskunst erzielte bei einer Auktion in Österreich je einen höheren Preis. Wer ein Werk von Maria Lassnig besitzt, aus einem Nachlass, einer Sammlung oder einem frühen Galeriekauf, hält mit hoher Wahrscheinlichkeit einen erheblichen Wert in Händen.


Wer war Maria Lassnig?

Maria Lassnig wurde am 8. September 1919 in Kappel am Krappfeld in Kärnten geboren. Nach der Matura in Klagenfurt und einer kurzen Zeit als Volksschullehrerin fuhr sie 1941 mit einer Zeichenmappe nach Wien und wurde an der Akademie der bildenden Künste aufgenommen. 1945 richtete sie in Klagenfurt ein Atelier ein, das rasch zum Treffpunkt von Künstlern und Intellektuellen wurde. In den 1950er Jahren gehörte sie in Wien gemeinsam mit Arnulf Rainer, Josef Mikl und Markus Prachensky zum Kreis um die Galerie nächst St. Stephan.

1961 zog Lassnig nach Paris, 1968 nach New York. Dort entstanden neben Malerei auch Zeichentrickfilme, die sie an der School of Visual Arts erlernte. 1980 kehrte sie nach Wien zurück und übernahm an der Hochschule für angewandte Kunst eine Professur für Malerei, als erste Frau im deutschsprachigen Raum in diesem Fach. Im selben Jahr vertrat sie gemeinsam mit Valie Export Österreich auf der Biennale in Venedig. Ihre Werke waren 1982 auf der documenta 7 und 1997 auf der documenta X in Kassel zu sehen.

Die späte internationale Anerkennung wurde 2013 mit dem Goldenen Löwen der Biennale von Venedig für ihr Lebenswerk gekrönt. Maria Lassnig starb am 6. Mai 2014 in Wien und ruht in einem Ehrengrab auf dem Wiener Zentralfriedhof. Die 2015 gegründete Maria Lassnig Stiftung betreut ihren Nachlass und vergibt seit 2017 den Maria-Lassnig-Preis. 2024 kam mit „Mit einem Tiger schlafen“ eine Filmbiografie mit Birgit Minichmayr in die Kinos, 2026 zeigte die Hamburger Kunsthalle ihr Werk in einer Doppelausstellung mit Edvard Munch.


Warum sind Werke von Maria Lassnig heute im Kunsthandel gefragt?

Der Auktionsrekord für Maria Lassnig liegt bei 1.378.000 Euro: Das Gemälde „Wilde Tiere sind gefährdet“ (1980) erzielte diesen Preis am 23. Juni 2021 im Wiener Dorotheum. Es war das erste Mal, dass ein Werk der österreichischen Gegenwartskunst bei einer Auktion die Millionengrenze durchbrach. Schon 2014, im Jahr ihres Todes, wurde der Weltrekord für Lassnig an einem einzigen Tag zweimal gebrochen: zuerst im Kinsky mit „Brettl vor dem Kopf“ (1967), wenige Stunden später im Dorotheum mit „Der Wald“ (1985) um 491.000 Euro.

Auch unterhalb dieser Spitzenpreise ist der Markt stabil und international. Bei Sotheby’s in London erzielte „Konkurrenz IV“ (1998) im Jahr 2022 umgerechnet über eine halbe Million Pfund. Frühwerke wie „Heller Körper“ erreichten im Kinsky 262.500 Euro. Aquarelle bewegen sich je nach Qualität und Entstehungszeit im Bereich von einigen Tausend bis über 40.000 Euro, Bleistiftzeichnungen und Druckgrafiken darunter.

Die Nachfrage hat strukturelle Gründe: Museen und Sammlungen weltweit arbeiten die Kunstgeschichte weiblicher Positionen auf, und Lassnig steht dabei an vorderster Stelle. Gleichzeitig ist das Angebot begrenzt, da sich ein großer Teil des Werks im Besitz der Maria Lassnig Stiftung und öffentlicher Museen befindet. Was aus Privatbesitz auf den Markt kommt, trifft auf internationale Käuferschichten.


Wie erkenne ich ein Werk von Maria Lassnig?

Signatur Maria Lassnig

Motive: Im Zentrum steht fast immer der eigene Körper, oft verformt, fragmentiert oder mit Gegenständen und Tieren verschmolzen. Selbstporträts mit Auslassungen (fehlende Schädelpartien, leere Gesichtsflächen) sind typisch. Daneben Doppelfiguren, Paare und Tierdarstellungen.

Farbigkeit: Charakteristisch sind blasse, fleischige Töne vor hellem, oft fast weißem Grund, kombiniert mit kühlem Grün, Rosa, Türkis und Blau.

Technik: Ölgemälde auf Leinwand, meist in größeren Formaten. Daneben ein umfangreiches Werk an Aquarellen, Bleistiftzeichnungen und Druckgrafiken (Radierungen, Lithografien, Siebdrucke). Im Handel erscheinen am häufigsten Arbeiten auf Papier.

Signatur: Meist „Lassnig“, „M. Lassnig“ oder „Maria Lassnig“, oft mit Datum oder nur Jahreszahl, gelegentlich als Monogramm „ML“. Zeichnungen und Aquarelle tragen häufig handschriftliche Titel wie „Nervenlinien“ oder „Der Mensch ist ein Orakel“, auf der Rückseite finden sich oft Nachlassnummern.

Vorsicht bei Druckgrafik: Handsignierte, nummerierte Originalgrafiken sind von signierten Offsetdrucken und Plakaten zu unterscheiden. Der Preisunterschied ist erheblich. Bei bedeutenden Werken empfiehlt sich zudem eine Provenienzklärung, die Maria Lassnig Stiftung dient hier als zentrale Referenz, oder Sie fragen bei Paul Grosslicht nach.


Wie läuft ein Ankauf bei Paul Grosslicht ab?

Der erste Schritt ist einfach: Schicken Sie uns Fotos des Werkes, Vorderseite, Rückseite, Signatur und Rahmen. Auf Basis dieser Aufnahmen erhalten Sie eine erste Einschätzung, ob und in welchem Rahmen ein Ankauf möglich ist.

Bei konkretem Interesse kommt Paul Grosslicht persönlich zu Ihnen, vorwiegend in Ostösterreich, kurzfristige Termine sind möglich. Die Besichtigung und Bewertung sind kostenlos und unverbindlich. Gerade bei Lassnig lohnt der genaue Blick: Entstehungszeit, Motiv, Technik und Provenienz entscheiden über erhebliche Wertunterschiede.

Wenn beide Seiten sich einigen, kann die Abwicklung sehr rasch gehen. Eine Auszahlung noch am selben Tag ist in vielen Fällen möglich. Bei musealen Werken, für die eine Auktion der bessere Weg ist, sagen wir Ihnen das offen: Fallweise besteht eine Kooperation mit dem Dorotheum in Wien, die zusätzliche Vermarktungswege eröffnet.


Warum Paul Grosslicht kontaktieren?

Paul Grosslicht betreibt den Wiener Kunsthandel seit über 35 Jahren, das Familienunternehmen in dritter Generation. Der Tätigkeitsschwerpunkt liegt im An- und Verkauf erlesener Antiquitäten und Kunstgegenstände, von Gemälden und Kunstobjekten bis hin zu Schmuck und Uhren.

Ob aus einem Nachlass, einer aufzulösenden Sammlung oder als Einzelstück: Der Erstkontakt ist unverbindlich, die Bewertung kostenlos. Und wer keine Zeit verlieren möchte, bekommt rasch Klarheit.

Paul Grosslicht
Paul Grosslicht

Verfasst von Paul Grosslicht, zertifizierter Kunsthändler, Antiqitäten-, Gold-und Silberspezialist mit über 30 Jahren Expertise in der Bewertung von Tafelsilber, Besteck, Gemälden und Sammlerobjekten. Inhaber des Kunsthandels Grosslicht in 1080 Wien.