Marie Egner – Gemälde bewerten lassen und verkaufen
Die Frau, die das Licht malte
Marie Egner malte Landschaften, die man atmen kann. Wiesen im Morgenlicht, Blumen auf einem Fensterbrett, stille Gartenwinkel, das Aufleuchten von Wasser. Ihre Bilder entstanden nicht im Atelier, sondern draußen – direkt vor der Natur, bei wechselndem Licht und Wind. Dieses Prinzip der Plein-Air-Malerei war im Wien des späten 19. Jahrhunderts noch keine Selbstverständlichkeit, schon gar nicht für eine Frau.
Heute zählt Marie Egner neben Tina Blau und Olga Wisinger-Florian zum „Dreigestirn“ des österreichischen Stimmungsimpressionismus – und ihre Werke befinden sich in den bedeutendsten Sammlungen des Landes, vom Belvedere bis zur Neuen Galerie Graz.
Wer war Marie Egner?
Marie Egner wurde am 25. August 1850 in Bad Radkersburg in der Steiermark geboren. Ihr Vater, ein Forstverwalter im Dienst des Fürsten Liechtenstein, starb früh – und so begann Marie Egner ihren Weg als Künstlerin unter schwierigen Vorzeichen: Frauen hatten zu dieser Zeit keinen Zugang zu Akademien.
Sie studierte als Privatschülerin: zuerst in Graz bei Hermann von Königsbrunn, dann von 1872 bis 1875 in Düsseldorf bei Carl Jungheim, der ihre Vorliebe für die Freilichtmalerei früh erkannte und förderte. 1875 übersiedelte sie nach Wien, richtete ein eigenes Atelier ein und eröffnete eine private Malschule, die sie bis 1910 erfolgreich betrieb.
Den entscheidenden künstlerischen Impuls erhielt sie durch Emil Jakob Schindler, den führenden österreichischen Landschaftsmaler seiner Zeit. Von 1880 bis 1887 arbeitete sie in seinem Kreis, verbrachte Sommermonate auf Schloss Plankenberg in Niederösterreich – gemeinsam mit Carl Moll und Olga Wisinger-Florian. Diese Zeit formte ihren Stil: weiche Übergänge, atmosphärisches Licht, der Versuch, eine Stimmung einzufangen statt eine Ansicht zu dokumentieren.
Egner reiste viel – durch Deutschland, England, Italien, Dalmatien. 1888 war sie in der Royal Academy in London vertreten, 1900 auf der Pariser Weltausstellung. 1896 kaufte Kaiser Franz Joseph eines ihrer Bilder für die kaiserliche Kunstsammlung. 1935 verlieh ihr das Bundesministerium für Unterricht den Professorentitel.
Sie starb am 31. März 1940 in Wien, fast 90 Jahre alt, und hinterließ rund 3.000 Werke – Ölgemälde, Aquarelle, Studien.
Warum sind Werke von Marie Egner heute im Kunsthandel gefragt?
Der österreichische Stimmungsimpressionismus erlebt seit einigen Jahren eine Renaissance des Interesses – nicht nur bei heimischen Sammlern, sondern auch international. Marie Egner steht dabei für einen besonders eigenwilligen Zugang: Ihre Bilder haben eine zurückhaltende Qualität, die erst beim genauen Betrachten ihre ganze Tiefe zeigt.
Hinzu kommt ein kulturhistorischer Aspekt: Als Frau, die sich in einem von Männern dominierten Kunstbetrieb behauptete, ihre eigene Schule gründete und trotz aller Widerstände international ausstellte, rückt sie im Zuge der Aufarbeitung weiblicher Kunstgeschichte verstärkt in den Fokus von Museen und Sammlern.
Werke befinden sich heute im Belvedere Wien, in der Neuen Galerie Graz, im Museum Niederösterreich sowie in zahlreichen Privatsammlungen.
Wie erkenne ich ein Werk von Marie Egner?

Motive: Landschaften, Blumenstücke und Gartenmotive überwiegen. Selten Porträts, kaum Figuren. Die Natur steht immer im Mittelpunkt – oft ein scheinbar unspektakulärer Ausschnitt, der durch das Licht zur Hauptsache wird.
Technik: Vorwiegend Öl auf Leinwand oder Karton, daneben Aquarelle. Der Pinselduktus ist bewegter als bei früheren österreichischen Landschaftern – lockerere Striche, die Energie und Unmittelbarkeit ausstrahlen.
Kolorit: Helles, gedämpftes Licht. Keine grellen Farben, sondern ein feines Zusammenspiel von Grün-, Ocker- und Blautönen. In späteren Werken offenbart sich eine zunehmende Eigenständigkeit der Farbe gegenüber der Zeichnung.
Format: Eher klein bis mittelgroß. Viele Werke entstanden als schnelle Freilichtstudien.
Signatur: Meist M. Egner oder Marie Egner, oft auf der Rückseite mit Ort oder Datum. Ein mehrbändiges Werkverzeichnis (Galerie Suppan, Wien) erleichtert die Zuschreibung.
Wie läuft ein Ankauf bei Paul Grosslicht ab?
Der erste Schritt ist unkompliziert: Schicken Sie uns Fotos des Werkes – Vorderseite, Rückseite, Signatur, Rahmen. Auf Basis dieser Aufnahmen erhalten Sie eine erste Einschätzung, ob und unter welchen Bedingungen ein Ankauf möglich ist.
Bei konkretem Interesse kommt Paul Grosslicht persönlich zu Ihnen nach Hause – vorwiegend in Ostösterreich, kurzfristige Termine sind möglich. Die Besichtigung und Bewertung sind kostenlos und unverbindlich.
Sind sich beide Seiten einig, kann die Auszahlung sehr schnell erfolgen – in vielen Fällen noch am selben Tag.
Warum Paul Grosslicht kontaktieren?
Paul Grosslicht betreibt den Wiener Kunsthandel seit über 35 Jahren – das Familienunternehmen in dritter Generation. Der Tätigkeitsschwerpunkt liegt im An- und Verkauf erlesener Antiquitäten und Kunstgegenstände, von Gemälden und Kunstobjekten bis hin zu Schmuck und Uhren. Fallweise besteht eine Kooperation mit dem Dorotheum in Wien.
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