Broncia Koller-Pinell Ankauf Wien

Broncia Koller-Pinell: Gemälde und Grafiken verkaufen und bewerten lassen

Die einzige Frau im engsten Kreis um Gustav Klimt

Ein Mädchen im orangefarbenen Kleid vor einem Vogelkäfig, Schnitter auf einem Feld, Birnen in einer weißen Schale: Broncia Koller-Pinell hat die Wiener Moderne mitgeprägt, ohne je den Ruhm der Männer neben ihr zu erreichen. Sie war die einzige Künstlerin, die zum engsten Kreis um Gustav Klimt gehörte, stellte 1908 und 1909 in der Kunstschau aus und förderte eine ganze Generation jüngerer Maler. Wenn Sie ein Werk von Broncia Koller-Pinell geerbt haben oder besitzen, stellt sich früher oder später die Frage nach seinem Wert.

Der Kunsthandel Paul Grosslicht in Wien kauft Gemälde, Zeichnungen und Holzschnitte von Broncia Koller-Pinell an und bewertet sie fachkundig, persönlich und marktgerecht. Wien ist der zentrale Handelsplatz für ihr Werk: Praktisch alle bedeutenden Zuschläge der vergangenen fünfzehn Jahre fielen in Wiener Auktionshäusern. Auf dieser Seite erfahren Sie, wer Broncia Koller-Pinell war, welche Werke heute welche Preise erzielen, wie Sie eine Arbeit einordnen und was Erben zur Provenienz wissen sollten.

Wer war Broncia Koller-Pinell?

Broncia Koller-Pinell wurde im Februar 1863 als Bronisława Pineles in Sanok am San im damals österreichischen Galizien geboren (die Quellen nennen den 23. beziehungsweise den 25. Februar). Sie stammte aus einer jüdischen Familie; ihr Vater Saul Pineles war Bauunternehmer und später Fabriksbesitzer. Anfang der 1870er-Jahre übersiedelte die Familie nach Wien.

Weil Frauen die Akademie der bildenden Künste verwehrt war, begann ihre Ausbildung ab 1881 im Privatunterricht, unter anderem bei Alois Delug. Von 1885 bis 1887 studierte sie an der Damenakademie des Münchner Künstlerinnenvereins bei Ludwig von Herterich. Aus dieser Zeit stammt das dunkle, tonige Kolorit ihrer Frühwerke. 1890 debütierte sie im Wiener Künstlerhaus, es folgten Ausstellungen im Münchner Glaspalast und 1893 auf der Weltausstellung in Chicago.

1896 heiratete sie gegen den Willen ihrer Familie den Physiker und Mediziner Hugo Koller (1867 bis 1949). Aus der Ehe gingen zwei Kinder hervor: die Malerin Silvia Koller (1898 bis 1963) und der Dirigent Rupert Koller. Nach Stationen in Nürnberg und Hallein kehrte das Paar 1902 endgültig nach Wien zurück.

Erst jetzt begann der wichtigste Abschnitt ihrer Laufbahn. Koller-Pinell wurde in den Kreis um Gustav Klimt aufgenommen und nahm als einzige Frau an den Freitagstreffen der Klimt-Gruppe teil. 1904 übernahm sie das geerbte Anwesen ihrer Eltern in Oberwaltersdorf, das Koloman Moser und Josef Hoffmann für sie ausstatteten und das sich zu einem Treffpunkt der Wiener Moderne entwickelte: Egon Schiele, Sigmund Freud, Lou Andreas-Salomé, Alma und Gustav Mahler waren dort zu Gast. Die dunkle Münchner Palette wich nun der hellen, flächigen Malweise der Secessionisten.

1908 und 1909 stellte sie in der Kunstschau der Klimt-Gruppe aus, 1911 folgte eine große Doppelausstellung mit Heinrich Schröder in der Galerie Miethke, rezensiert von Berta Zuckerkandl. 1913 wurde sie in den Bund österreichischer Künstler aufgenommen und zeigte ihre Arbeiten in Budapest, Brüssel, Leipzig und Rom. Nach dem Ersten Weltkrieg arbeitete sie eng mit Anton Faistauer, Albert Paris Gütersloh, Franz von Zülow und Carl Hofer zusammen; in den 1920er-Jahren wandte sie sich der Neuen Sachlichkeit zu. Broncia Koller-Pinell starb am 26. April 1934 im Alter von 71 Jahren und wurde am Döblinger Friedhof in Wien bestattet.

Die Wiederentdeckung verlief langsam. 1961 organisierte ihre Tochter Silvia eine Gedächtnisausstellung, aus der das Belvedere das Gemälde Die Ernte erwarb. 1980 folgte eine Retrospektive im Niederösterreichischen Landesmuseum, 1993 eine Personale im Jüdischen Museum Wien. Von 15. März bis 8. September 2024 widmete ihr das Belvedere im Unteren Belvedere die Ausstellung Broncia Koller-Pinell. Eine Künstlerin und ihr Netzwerk samt umfangreichem Katalog. Werke von ihr befinden sich heute im Belvedere, im Leopold Museum, im Museum Niederösterreich und im Lentos Kunstmuseum Linz.

In der kunsthistorischen Einordnung steht sie neben Tina Blau, Olga Wisinger-Florian und Marie Egner, den bekanntesten österreichischen Künstlerinnen ihrer Generation. Malerisch ging Koller-Pinell allerdings einen anderen Weg: Während Egner dem Stimmungsimpressionismus der Schindler-Schule verbunden blieb, führte Koller-Pinell die flächige Formensprache der Secession bis zur Neuen Sachlichkeit weiter.

Was ist ein Werk von Broncia Koller-Pinell wert?

Die Spanne ist groß und hängt weniger vom Format ab als vom Sujet und von der Werkphase. Gemälde der Secessionszeit zwischen etwa 1905 und 1920 bilden das obere Marktsegment, Grafik und posthume Drucke das untere.

Die höchsten dokumentierten Zuschläge fielen beim Wiener Auktionshaus im Kinsky. Das Gemälde Kutschenfahrt im winterlichen Wald (1910) erzielte im Juni 2020 rund 35.840 Euro, ein Blumenstillleben von 1908 im November 2018 rund 29.440 Euro, ein Sitzender Frauenakt (um 1905) im Juni 2014 rund 28.160 Euro. Im Dezember 2022 kam Der Geist der Ernte auf rund 23.040 Euro, im März 2022 Rast auf der Brücke auf rund 20.480 Euro bei einer Schätzung von 6.000 bis 12.000 Euro.

Darunter liegt ein breites, verlässliches Mittelfeld. Hinterhof (um 1925) erreichte 16.640 Euro, Camelie und Zwischen Himmel und Erde jeweils 15.360 Euro, ein Stillleben mit Blumenkrug und Tischuhr 12.800 Euro, Birnen in weißer Schale 11.520 Euro. Am Dorotheum brachte ein Stillleben mit Blumen in violetter Vase im Mai 2017 rund 11.250 Euro. Zuletzt wurden im Juni 2026 zwei Stillleben bei im Kinsky mit je 6.500 Euro zugeschlagen. Alle genannten Beträge verstehen sich inklusive Aufgeld und Umsatzsteuer.

Deutlich niedriger bewegt sich die Druckgrafik, und hier entscheidet ein einziges Detail über den Preis: ob es sich um einen zu Lebzeiten gedruckten Abzug oder um eine posthume Auflage handelt. Farbholzschnitte aus dem Nachlassbestand erzielten am Dorotheum zwischen 2016 und 2017 rund 1.000 bis 1.625 Euro, ein posthumer Druck des Blattes Heiligenkreuz im Januar 2025 dagegen nur 312 Euro.

Für die Bewertung heißt das: Der Name allein bestimmt den Wert nicht. Ein figürliches Gemälde der Kunstschau-Jahre kann das Zwanzigfache eines späten Landschaftsmotivs oder das Hundertfache eines posthumen Holzschnitts erreichen. Genau deshalb lohnt sich eine individuelle Begutachtung, bevor Sie eine Entscheidung treffen.

Wie erkenne ich ein Werk von Broncia Koller-Pinell?

Für eine erste Orientierung achten Fachleute auf mehrere Merkmale. Sie ersetzen keine Begutachtung, helfen aber, ein Werk einzuordnen:

  • Motive: Porträts (häufig Familienmitglieder, vor allem Tochter Silvia), Stillleben mit Früchten, Krügen und Blumen, weibliche Akte, religiöse Szenen sowie Landschaften und Hausansichten aus Oberwaltersdorf und Umgebung.
  • Werkphasen: dunkles, tonig gemaltes Frühwerk der Münchner Jahre bis etwa 1900; helle, flächige Secessionsmalerei mit dekorativem Umriss zwischen 1905 und 1920; nüchterne, klar gebaute Kompositionen der Neuen Sachlichkeit in den 1920er-Jahren.
  • Signatur: Gemälde meist mit B. Koller bezeichnet, Holzschnitte im Stock mit dem Monogramm BK. Die frühen Arbeiten erscheinen teils noch unter dem Namen Pinell.
  • Nachlassstempel und Zweitsignatur: Viele Blätter tragen den Stempel Broncia Koller und die Handsignatur ihres Sohnes Rupert Koller. Das ist ein Echtheitshinweis, kennzeichnet aber zugleich einen posthumen Abzug, was den Preis erheblich senkt.
  • Rückseite: Etiketten von Ausstellungen, Galerien und Auktionen, Bestätigungen von Rupert Koller als Erben sowie Verweise auf das Werkverzeichnis geben oft die entscheidenden Hinweise.

Das maßgebliche Werkverzeichnis stammt von Sieglinde Baumgartner: Broncia Koller-Pinell 1863 bis 1934. Eine österreichische Malerin zwischen Dilettantismus und Profession, Dissertation, Salzburg 1989. Auktionshäuser zitieren daraus die Nummern der Gemälde. Ergänzend wird Heinrich Fuchs, Die österreichischen Maler des 19. Jahrhunderts, herangezogen. Ist ein Werk dort abgebildet, erhöht das die Sicherheit der Zuschreibung und in der Regel auch den Preis.

Provenienz und Restitution: was Erben wissen sollten

Broncia Koller-Pinell stammte aus einer jüdischen Familie, und ihre Werke hingen zu einem großen Teil in Wiener Sammlungen, die von 1938 an enteignet, unter Zwang verkauft oder zerstreut wurden. Bei Gemälden aus dieser Zeit gehört die Klärung der Provenienz, also der lückenlosen Herkunftsgeschichte, zur sorgfältigen Bewertung dazu.

Praktisch bedeutet das: Die Besitzkette zwischen 1933 und 1945 sollte nachvollziehbar sein. Alte Ausstellungsetiketten, Auktionsstempel, Sammlerkennzeichen und Rechnungen auf der Rückseite sind dabei die wichtigsten Belege. Für Objekte in Bundesmuseen regelt das österreichische Kunstrückgabegesetz von 1998 die Rückgabe; im privaten Handel gibt es keine vergleichbare gesetzliche Automatik, wohl aber eine klare Erwartung des Marktes an dokumentierte Herkunft. Eine geklärte Provenienz erhöht den erzielbaren Preis, eine ungeklärte Lücke drückt ihn.

Ein praktischer Hinweis noch zum Urheberrecht: Da Broncia Koller-Pinell 1934 verstorben ist, sind ihre Werke gemeinfrei. Ein Folgerecht, wie es beim Weiterverkauf von Werken lebender oder erst kürzlich verstorbener Künstler anfällt, fällt hier nicht an.

Wie läuft ein Ankauf bei Paul Grosslicht ab?

Der Verkauf eines wertvollen Gemäldes ist Vertrauenssache, besonders wenn es aus einem Nachlass stammt und mit Erinnerungen verbunden ist. Bei uns läuft der Ankauf transparent und in Ihrem Tempo ab.

Der erste Schritt ist einfach: Schicken Sie uns Fotos des Werkes, also Vorderseite, Rückseite, Signatur und Rahmen, per E-Mail oder WhatsApp. Gerade bei Broncia Koller-Pinell lohnt sich die Rückseite besonders, weil Nachlassstempel, Etiketten und Erbenbestätigungen dort viel über Datierung und Herkunft verraten. Anhand dieser Bilder geben wir Ihnen eine erste, unverbindliche Einschätzung, oft schon innerhalb kurzer Zeit.

Für die genaue Bewertung sehen wir das Werk anschließend im Original. Sie können es in unsere Räume in der Piaristengasse in 1080 Wien bringen, oder wir kommen bei größeren Beständen und Verlassenschaften zu Ihnen. Dabei prüfen wir Zuschreibung, Erhaltungszustand und Herkunft und ordnen das Werk in den aktuellen Markt ein. Die Besichtigung und Bewertung sind kostenlos und unverbindlich.

Danach erhalten Sie ein nachvollziehbares, marktgerechtes Angebot. Auf Wunsch besprechen wir gemeinsam, ob der direkte Ankauf oder die Vermittlung an einen Sammler der bessere Weg für Ihr Werk ist. Fallweise besteht eine Kooperation mit dem Dorotheum in Wien, was für besondere Werke zusätzliche Vermarktungswege eröffnet. Entscheiden Sie sich für den Verkauf, ist eine Auszahlung in vielen Fällen noch am selben Tag möglich. Es gibt keinen Zeitdruck und keine Verpflichtung, bis Sie zusagen.

Warum Paul Grosslicht kontaktieren?

Der Kunsthandel Paul Grosslicht ist ein Wiener Familienbetrieb mit Fachkompetenz über drei Generationen und mehr als 35 Jahren Erfahrung in der Bewertung von Kunst und Antiquitäten. „Schon mein Großvater hat in mir die Liebe zu allem Schönen geweckt“, dieser persönliche Zugang prägt unsere Arbeit bis heute. Neben Gemälden schätzen und kaufen wir auch Schmuck, Uhren, Möbel und Antiquitäten und begleiten Sie einfühlsam bei der Auflösung von Verlassenschaften.

Der Erstkontakt ist unverbindlich, die Bewertung kostenlos. Ob Sie ein einzelnes Werk von Broncia Koller-Pinell verkaufen möchten, eine ganze Sammlung oder einen Nachlass ordnen: Sie erreichen uns direkt und persönlich.

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