Olga Wisinger-Florian Ankauf Wien

Olga Wisinger-Florian: Gemälde verkaufen und bewerten lassen

Von der Konzertpianistin zur Farbmalerin

Olga Wisinger-Florian begann ihre Laufbahn nicht mit dem Pinsel, sondern am Klavier. Erst als ein chronisches Handleiden die Karriere als Konzertpianistin beendete, wandte sie sich mit Anfang dreißig ganz der Malerei zu. Zwanzig Jahre später zählte sie zu den bekanntesten Künstlerinnen Wiens, Kaiser Franz Joseph kaufte ihre Bilder, und ihre Farbigkeit hatte sich so weit vom gedämpften Ton ihres Lehrers Emil Jakob Schindler entfernt, dass man heute von Farbexpressionismus spricht. Wenn Sie ein Werk von Olga Wisinger-Florian geerbt haben oder besitzen, stellt sich früher oder später die Frage nach seinem Wert.

Der Kunsthandel Paul Grosslicht in Wien kauft Gemälde und Ölstudien von Olga Wisinger-Florian an und bewertet sie fachkundig, persönlich und marktgerecht. Ihr Markt ist stark und deutlich nach oben offen: Wiener Auktionshäuser haben für einzelne Werke sechsstellige Beträge erzielt. Auf dieser Seite erfahren Sie, wer sie war, welche Werkphase den Wert bestimmt, wie Sie ein Bild einordnen und wie ein fairer Ankauf abläuft.

Wer war Olga Wisinger-Florian?

Olga Wisinger-Florian wurde am 1. November 1844 als Olga Florian in Wien geboren. Ihr Vater war Beamter, später Regierungsrat in der Kabinettskanzlei. Sie erhielt Klavierunterricht bei Julius Epstein am Wiener Konservatorium, dem späteren Lehrer Gustav Mahlers, und trat als Solistin auf. 1873/74 zwang sie ein Handleiden, diese Laufbahn zu beenden. Sie heiratete den Apotheker Franz Wisinger, 1875 kam ihr Sohn Oskar zur Welt.

Erst danach begann ihre eigentliche künstlerische Ausbildung, mit Unterricht bei Melchior Fritsch und ab 1879 bei August Schaeffer von Wienwald. Entscheidend wurde 1880 der Wechsel zu Emil Jakob Schindler, dessen erste Privatschülerin sie war. Mit ihm und seinen weiteren Schülern, darunter Carl Moll und Marie Egner, unternahm sie Studienfahrten nach Goisern, Lundenburg und in die Wachau. Ab 1881 stellte sie regelmäßig in den Jahresausstellungen des Künstlerhauses aus, ab 1883 unterrichtete sie selbst, zeitweise arbeiteten bis zu zehn Schülerinnen in ihrem Atelier.

Mitte der 1880er-Jahre trennten sich die Wege von Wisinger-Florian und Schindler. Das ist der wichtigste Einschnitt in ihrem Werk: Von nun an wurde ihre Palette kräftiger, die Motive eigenständiger, die Malweise freier. Sie erfand den Typus der Blumenlandschaft, bei dem Wiesenblumen an einen Wegrand gesetzt und zugleich als Stillleben und als Landschaft gelesen werden können.

Die Anerkennung folgte rasch. 1886 kaufte Kaiser Franz Joseph eines ihrer Landschaftsbilder, weitere Käufer aus dem Hochadel schlossen sich an. 1888 erhielt sie in Paris eine Mention honorable, 1891 das Ehrendiplom in London und die bayerische Ludwigsmedaille, 1893 eine Medaille in Chicago, 1897 die Kleine und 1905 die Große Goldene Staatsmedaille in Wien. 1900 stellte sie auf der Pariser Weltausstellung aus, ab 1901 bei den Ausstellungen der Gruppe Acht Künstlerinnen, 1903 und 1904 beim Hagenbund. Sie war Mitbegründerin der Vereinigung Bildender Künstlerinnen Österreichs und engagierte sich in der bürgerlichen Frauenbewegung.

Ab 1914 ließ ihr Schaffen nach, weil ihr Augenlicht schwand. Olga Wisinger-Florian starb am 27. Februar 1926 in Grafenegg und wurde in einem später ehrenhalber gewidmeten Grab am Wiener Zentralfriedhof bestattet. 2019 wurde in Wien-Wieden der Olga-Wisinger-Florian-Platz nach ihr benannt.

Was ist ein Werk von Olga Wisinger-Florian wert?

Bei kaum einer anderen österreichischen Malerin bestimmt die Werkphase den Preis so deutlich. Die Faustregel lautet: Je später und je farbiger, desto teurer.

An der Spitze stehen die farbintensiven Arbeiten der Jahre um 1900 bis 1910. Das Gemälde Im Schilf (1902) erzielte beim Wiener Auktionshaus im Kinsky im Dezember 2022 rund 320.000 Euro, bei einer Schätzung von 70.000 bis 140.000 Euro. Gloxinien im Glashaus von Schloss Grafenegg (1905) kam im Oktober 2016 auf rund 243.500 Euro, ein Bauerngarten 2005 auf rund 192.000 Euro. Der Fürstenweg in Raitz (1907) und die Herbstliche Platanenallee (1909/10) brachten jeweils rund 147.200 Euro, die Artischockenblüten rund 115.200 Euro.

Ein breites oberes Mittelfeld liegt zwischen 40.000 und 105.000 Euro. Dazu zählen Frühling in Felling bei Gföhl (1908), Landschaft bei GrafeneggFrühling im Wienerwald und Côte d azur mit je rund 102.400 Euro, Küstenweg mit Ulmenallee rund 96.000 Euro, Herbstfeldblumen (1885) rund 83.200 Euro, Der Strand von Etretat rund 77.000 Euro und Schmiede bei Bisamberg rund 74.240 Euro. Im Juni 2024 wurde Im Burghof der Ruine Deutschlandsberg mit rund 51.200 Euro zugeschlagen.

Deutlich darunter bleiben frühe Arbeiten aus der Schindler-Zeit und kleine Formate. Gebirgsbach von 1876 erzielte rund 6.400 Euro, der Teisenhoferhof in Weissenkirchen von 1883 ebenfalls rund 6.400 Euro, ein Stillleben mit Fischen von 1882 im Dezember 2024 rund 4.480 Euro. Zuletzt kamen im Dezember 2025 Motiv aus dem Prater (Herbst) von 1880 und Wäscherin am Strand von Abbazia auf je 9.100 Euro. Alle Beträge inklusive Aufgeld und Umsatzsteuer.

Zwischen einem Bild von 1882 und einem von 1902 liegt damit im Extremfall der Faktor 70, bei derselben Malerin und vergleichbarem Format. Wer ein Werk von Olga Wisinger-Florian besitzt, sollte deshalb zuerst die Datierung klären lassen. Ein zweiter Punkt kommt hinzu: Ihre Werke überraschen regelmäßig nach oben. Fischerboote im Hafen von Ragusa war auf 12.000 bis 20.000 Euro geschätzt und brachte im Juni 2020 rund 57.600 Euro.

Wie erkenne ich ein Werk von Olga Wisinger-Florian?

Für eine erste Orientierung achten Fachleute auf mehrere Merkmale. Sie ersetzen keine Begutachtung, helfen aber, ein Werk einzuordnen:

  • Signatur: ausgeführte Gemälde meist O. Wisinger-Florian rechts oder links unten, Studien und kleinere Arbeiten häufig monogrammiert mit O. W. oder O.W.f.
  • Nachlassstempel: Arbeiten aus dem Nachlass tragen rückseitig den Stempel Nachlass Olga Wisinger-Florian. Das ist ein Echtheitshinweis und kennzeichnet in der Regel Studien und unverkaufte Bestände.
  • Motive: Alleen und Baumreihen, Bauerngärten und Bauernhöfe in Niederösterreich, Feld- und Erntebilder, Blumenlandschaften und Blumenstillleben, dazu Reisebilder von der Adria, aus der Normandie, aus Mähren und vom Schwarzen Meer.
  • Malgrund und Format: Öl auf Leinwand bei den ausgeführten Bildern, Öl auf Karton oder Papier auf Karton bei Studien. Große Formate deuten auf Ausstellungsstücke hin und liegen preislich meist deutlich höher.
  • Datierungshinweise: gedeckte, tonige Farbigkeit und Motivnähe zu Schindler sprechen für die frühen 1880er-Jahre. Kräftige, teils leuchtende Farbflächen und ein freierer Pinselstrich sprechen für die Zeit nach 1890.

Zwei Literaturhinweise, die im Handel zählen: Michaela Schwab hat 1991 an der Universität Wien eine Diplomarbeit mit Werkkatalog vorgelegt, Alexander Giese 2018 die Dissertation Olga Wisinger-Florian. Leben und Werk. Vom Poetischen Realismus zum Farbexpressionismus. Wiener Auktionshäuser zitieren beide und legen bei bedeutenden Losen Gutachten von Alexander Giese bei. Ein solches Gutachten kann den erzielbaren Preis spürbar heben, weil es Zuschreibung und Datierung absichert. Hilfreich ist außerdem, dass die Künstlerin Tagebuch führte: Entstehung und Verkauf einzelner Bilder lassen sich dadurch oft genau belegen.

Provenienz und Urheberrecht

Ihre Bilder wurden zu Lebzeiten in großer Zahl an Wiener Sammler verkauft, darunter viele jüdische Familien, deren Besitz ab 1938 enteignet oder unter Zwang veräußert wurde. Bei Werken mit einer Besitzgeschichte in dieser Zeit gehört die Klärung der Provenienz zur sorgfältigen Bewertung. Die Besitzkette zwischen 1933 und 1945 sollte nachvollziehbar sein; Etiketten, Stempel, alte Rechnungen und Sammlervermerke auf der Rückseite sind die wichtigsten Belege. Eine geklärte Herkunft erhöht den erzielbaren Preis, eine offene Lücke drückt ihn.

Zum Urheberrecht: Olga Wisinger-Florian ist 1926 verstorben, ihr Werk ist gemeinfrei. Ein Folgerecht fällt beim Weiterverkauf nicht an.

Wie läuft ein Ankauf bei Paul Grosslicht ab?

Der Verkauf eines wertvollen Gemäldes ist Vertrauenssache, besonders wenn es aus einem Nachlass stammt und mit Erinnerungen verbunden ist. Bei uns läuft der Ankauf transparent und in Ihrem Tempo ab.

Der erste Schritt ist einfach: Schicken Sie uns Fotos des Werkes, also Vorderseite, Rückseite, Signatur und Rahmen, per E-Mail oder WhatsApp. Bei Olga Wisinger-Florian ist die Rückseite besonders wichtig, weil Nachlassstempel und alte Etiketten oft die einzigen Hinweise auf Entstehungszeit und Herkunft sind. Anhand dieser Aufnahmen geben wir Ihnen eine erste, unverbindliche Einschätzung, oft schon innerhalb kurzer Zeit.

Für die genaue Bewertung sehen wir das Werk anschließend im Original. Sie können es in unsere Räume in der Piaristengasse in 1080 Wien bringen, oder wir kommen bei größeren Beständen und Verlassenschaften zu Ihnen. Dabei prüfen wir Zuschreibung, Datierung, Erhaltungszustand und Herkunft und ordnen das Werk in den aktuellen Markt ein. Die Besichtigung und Bewertung sind kostenlos und unverbindlich.

Danach erhalten Sie ein nachvollziehbares, marktgerechtes Angebot. Gerade bei Werken dieser Preisklasse besprechen wir offen, ob der direkte Ankauf oder die Vermittlung der bessere Weg ist. Fallweise besteht eine Kooperation mit dem Dorotheum in Wien, was für besondere Werke zusätzliche Vermarktungswege eröffnet. Entscheiden Sie sich für den Verkauf, ist eine Auszahlung in vielen Fällen noch am selben Tag möglich. Es gibt keinen Zeitdruck und keine Verpflichtung, bis Sie zusagen.

Warum Paul Grosslicht kontaktieren?

Der Kunsthandel Paul Grosslicht ist ein Wiener Familienbetrieb mit Fachkompetenz über drei Generationen und mehr als 35 Jahren Erfahrung in der Bewertung von Kunst und Antiquitäten. „Schon mein Großvater hat in mir die Liebe zu allem Schönen geweckt“, dieser persönliche Zugang prägt unsere Arbeit bis heute. Neben Gemälden schätzen und kaufen wir auch Schmuck, Uhren, Möbel und Antiquitäten und begleiten Sie einfühlsam bei der Auflösung von Verlassenschaften.

Der Erstkontakt ist unverbindlich, die Bewertung kostenlos. Ob Sie ein einzelnes Gemälde von Olga Wisinger-Florian verkaufen möchten, eine Sammlung oder einen ganzen Nachlass ordnen: Sie erreichen uns direkt und persönlich.

Quellen zu Biografie und Marktdaten: Auktionshaus im Kinsky (Wien), Dorotheum (Wien), Wien Geschichte Wiki, Österreichische Nationalbibliothek (Frauen in Bewegung), Alexander Giese, Olga Wisinger-Florian. Leben und Werk, Dissertation Wien 2018, Michaela Schwab, Diplomarbeit Universität Wien 1991, Wikipedia. Auktionsergebnisse gerundet und inklusive Aufgeld sowie Umsatzsteuer; Stand der Recherche August 2026.

Paul Grosslicht
Paul Grosslicht

Verfasst von Paul Grosslicht, zertifizierter Kunsthändler, Antiqitäten-, Gold-und Silberspezialist mit über 30 Jahren Expertise in der Bewertung von Tafelsilber, Besteck, Gemälden und Sammlerobjekten. Inhaber des Kunsthandels Grosslicht in 1080 Wien.