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Hugo Darnaut: Gemälde verkaufen und bewerten lassen
Der Maler von Plankenberg
Blühende Obstbäume vor einem Bauernhof im Wienerwald, ein Erntefeld bei Maria Anzbach, der Schlosspark von Plankenberg im Herbstlicht: Hugo Darnaut hat über sechzig Jahre lang die Landschaft westlich von Wien gemalt. Er war zu Lebzeiten einer der meistgekauften Wiener Landschaftsmaler, und seine Bilder hingen in vielen bürgerlichen Wohnungen der Stadt. Deshalb tauchen sie bis heute regelmäßig in Verlassenschaften auf. Das höchste Ergebnis im Dorotheum liegt bei 64.000 Euro.
Der Kunsthandel Paul Grosslicht in Wien kauft Werke von Hugo Darnaut an und bewertet sie persönlich und marktgerecht. Die Spanne ist bei Darnaut groß: Kleine Ölstudien auf Karton bringen einige hundert bis wenige tausend Euro, großformatige Leinwände aus den Plankenberger Jahren erreichen fünfstellige Beträge. Auf dieser Seite lesen Sie, wer Darnaut war, woran Sie seine Bilder und seine Signatur erkennen und in welchen Größenordnungen sich der Markt bewegt.
Wer war Hugo Darnaut?
Hugo Darnaut wurde am 28. November 1851 in Dessau geboren. Sein Vater war der Hofschauspieler Michael Fix, der unter dem Bühnennamen Darnaut auftrat; der Sohn hieß eigentlich Darnaut-Fix. Die Jugend verbrachte er in Graz. Mit achtzehn Jahren kam er nach Wien und lernte zunächst beim Hoftheatermaler Hermann Burghart und beim Landschaftsmaler Josef Hoffmann. 1871 und 1872 studierte er an der Wiener Akademie bei Eduard Peithner von Lichtenfels.
Ein Stipendium brachte ihn 1873 nach Düsseldorf, damals das Zentrum der deutschen Landschaftsmalerei. Dort lernte er bei Andreas Achenbach, Robert Meyerheim und Johannes Wortmann und traf Marie Egner, mit der er zeitlebens befreundet blieb. 1876 kehrte er nach Wien zurück, 1877 wurde er Mitglied des Künstlerhauses. In Wien schloss er sich dem Kreis um Emil Jakob Schindler, Tina Blau und Robert Russ an. Zu seinen wichtigsten frühen Aufträgen zählten Landschaftsbilder für das Naturhistorische Museum.
Nach Schindlers Tod im August 1892 mietete Darnaut von 1893 bis 1912 das Schloss Plankenberg bei Neulengbach, in dem Schindler gearbeitet und unterrichtet hatte. Auch Darnaut nahm dort Schülerinnen und Schüler auf, darunter Therese Schachner und Rosa Mayreder. 1895 ging er, bereits Mitte vierzig, noch einmal für ein Jahr zu Gustav Schönleber nach Karlsruhe. Für die Pariser Weltausstellung 1900 malte er gemeinsam mit Erwin Pendl eine große Ansicht Wiens aus der Vogelschau.
1912 übersiedelte er auf den Gschwendthof bei Maria Anzbach, nur wenige Kilometer von Plankenberg entfernt. Von 1913 bis 1918 war er Präsident der Genossenschaft der bildenden Künstler Wiens, also des Künstlerhauses. 1925 wurde er Ehrenbürger der Technischen Hochschule, 1930 Bürger der Stadt Wien. Hugo Darnaut starb am 9. Jänner 1937. Er liegt in einem Ehrengrab auf dem Evangelischen Friedhof Matzleinsdorf, seit 1955 trägt die Darnautgasse in Wien-Meidling seinen Namen.
Erkennungsmerkmale: Woran erkenne ich ein Bild von Hugo Darnaut?
Die folgenden Merkmale ersetzen keine Begutachtung, helfen aber bei der ersten Einordnung.

https://www.dorotheum.com/en/auctions/current-auctions/kataloge/list-lots-detail/auktion/12881-19th-century-paintings-and-watercolours/lotID/250/lot/2308734-hugo-darnaut.html?currentPage=10, Public Domain, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=64552879
Motive
Darnaut war fast ausschließlich Landschaftsmaler. Am häufigsten sind Motive aus dem Wienerwald und dem Tullnerfeld: Plankenberg, Maria Anzbach, Neulengbach, Murstetten, Merkenstein. Dazu kommen Ansichten vom Wiener Stadtrand (Heiligenstadt, Cobenzl, Kahlenberg) und Reisebilder aus Kärnten, der Steiermark, Mähren und von der italienischen Riviera. Typisch sind Erntefelder, blühende Obstgärten, Dorfbäche, Bauernhöfe, Schlossparks und Waldwege. Menschen und Tiere kommen vor, bleiben aber klein: eine Wäscherin am Bach, Schnitter im Feld, Schafe auf dem Heimweg.
Malweise und Werkphasen
Die frühen Bilder der 1870er-Jahre zeigen deutlich die Düsseldorfer Schulung: genaue Zeichnung, gedeckte Töne, sorgfältig durchgearbeitete Vordergründe. In den Plankenberger Jahren ab 1893 wird die Farbe heller und der Pinselstrich lockerer. Diese Bilder stehen dem Stimmungsimpressionismus Schindlers am nächsten und sind heute am gefragtesten. Die Galerie Giese & Schweiger beschreibt den Unterschied so: Bei Schindler stehen Licht und Luft im Mittelpunkt, bei Darnaut ist das Motiv der Ausgangspunkt, und die Stimmung kommt hinzu. Seine Bilder wirken deshalb idyllischer und erzählender. Im Spätwerk der 1920er- und 1930er-Jahre wird der Farbauftrag breit und weich, die Formate werden kleiner.
Technik und Format
Die Hauptwerke sind Ölbilder auf Leinwand, oft um einen Meter breit, vereinzelt deutlich größer: Die Abendstimmung im Spätherbst von 1891 misst 132 mal 182 Zentimeter. Sehr häufig sind kleinere Arbeiten in Öl auf Karton oder Holz zwischen etwa 20 mal 30 und 45 mal 60 Zentimetern, viele davon vor dem Motiv gemalt. Im Spätwerk überwiegt der Karton. Daneben gibt es Aquarelle, teils mit Deckweiß gehöht.
Signatur und Rückseite
Darnaut signierte fast immer mit „H. Darnaut“, in Pinselschrift links oder rechts unten. Viele Bilder sind zusätzlich datiert, etwa „H. Darnaut 1898“. Frühe Arbeiten aus der Studienzeit tragen manchmal den Zusatz „Ddf“ für Düsseldorf: Ein Dorf am Fluss ist mit „H. Darnaut Ddf (1)874“ bezeichnet. Die ausgeschriebene Form „Hugo Darnaut“ findet sich in der Regel auf der Rückseite und nicht im Bild.
Die Rückseite ist bei Darnaut ergiebig. Er hat viele Bilder eigenhändig betitelt und mit seiner Adresse versehen; auf einem im Dorotheum versteigerten Karton steht „Hugo Darnaut, Wien IV Belvederegasse 23“. Häufig sind außerdem Etiketten des Wiener Künstlerhauses mit Ausstellungsjahr und Nummer, Stempel und Aufkleber alter Wiener Kunsthandlungen (E. Hirschler & Co., Jenny Salzer) sowie alte nummerierte Klebezettel. Solche Spuren belegen, wo ein Bild ausgestellt und verkauft wurde, und stützen die Zuschreibung. Entfernen oder überkleben Sie nichts davon.
Fälschungen sind bei Darnaut seltener als bei teureren Namen. Häufiger sind Verwechslungen mit Schülern und Zeitgenossen, nachträglich aufgesetzte Signaturen auf fremden Landschaften und alte Farbdrucke. Ein gedrucktes Werkverzeichnis ist uns nicht bekannt. Grundlage für den Vergleich sind die Wiener Diplomarbeit von H. Mlnarik und der Band Die Schule von Plankenberg von Peter Weninger und Peter Müller (Graz 1991).
Erzielbare Werte: Was ist ein Hugo Darnaut wert?
Darnaut wird im Dorotheum und im Auktionshaus im Kinsky laufend angeboten, die Datenlage ist daher gut. Alle Beträge sind gerundete Auktionsergebnisse inklusive Käufergebühr und Umsatzsteuer.
Hauptwerke der Plankenberger Zeit
Das höchste Ergebnis im Dorotheum erzielte im November 2021 die Abendstimmung im Spätherbst von 1891 mit 64.000 Euro, bei einem Schätzwert von 20.000 bis 25.000 Euro. In derselben Auktion brachte Im Schlosspark von 1893 rund 41.000 Euro. Die Landstraße bei Plankenberg von 1898 wurde 2012 mit 36.900 Euro zugeschlagen, ein weiteres Gemälde 2010 mit rund 46.700 Euro. Im Kinsky erreichte Spätherbsttag, eine Landschaft bei Plankenberg, 2013 einen Preis von 32.000 Euro, Versunkene Pracht I (Schlosspark in Murstetten) 2012 rund 23.000 Euro, Erntezeit im Wienerwald im selben Jahr rund 20.500 Euro.
Gemeinsam ist diesen Bildern: Öl auf Leinwand, Breite um einen Meter oder mehr, Entstehung zwischen etwa 1890 und 1910, Motiv aus Plankenberg oder dem Wienerwald, guter Zustand.
Mittleres Segment
Mittelgroße Leinwände und gute Kartons liegen meist zwischen 5.000 und 12.000 Euro. Im Dorotheum wurden im Herbst 2024 und im Herbst 2025 je ein Gemälde um 6.500 Euro verkauft, ein weiteres im November 2025 um 10.400 Euro. Heranziehendes Gewitter, Öl auf Karton im Format 43,5 mal 55,5 Zentimeter, brachte 5.625 Euro, Blick vom Cobenzl auf den Kahlenberg und Leopoldsberg im Kinsky 7.680 Euro. Frühe Bilder können darüber liegen: Dorf am Fluss aus der Düsseldorfer Zeit erzielte 2018 im Dorotheum 18.750 Euro.
Kleine Formate, Studien und Aquarelle
Kleine Ölbilder auf Karton oder Holz bewegen sich meist zwischen 700 und 4.000 Euro. Beispiele: Schafe am Heimweg, 21 mal 30 Zentimeter, 750 Euro (2024); Aufgang zur Kirche in Eisenerz, 46 mal 32 Zentimeter, 1.950 Euro (2024); Bauernhof am Fluss, 27 mal 39 Zentimeter, 3.200 Euro (2021). Ausreißer nach oben gibt es bei besonders dichten kleinen Tafeln: Zur Erntezeit, Öl auf Holz, nur 19 mal 28,5 Zentimeter, kam 2015 auf 7.500 Euro. Aquarelle liegen bei rund 2.000 bis 4.000 Euro, Studien wie eine Wolkenstudie bei einigen hundert Euro.
Auktionspreis und Ankaufspreis
Die genannten Zahlen sind das, was ein Käufer im Auktionshaus bezahlt hat. Der Einbringer erhält weniger. Beim Spätherbsttag lag das Meistbot bei 25.000 Euro, der Käufer zahlte 32.000 Euro; vom Meistbot zieht das Auktionshaus noch die Verkäuferprovision ab. Ein Ankaufsangebot im Handel orientiert sich deshalb am Meistbot vergleichbarer Bilder und nicht am Endpreis. Dafür erhalten Sie den Betrag sofort und tragen kein Risiko, dass das Bild unverkauft zurückkommt. Wir legen Ihnen die Vergleichsergebnisse offen, damit Sie das Angebot nachrechnen können.
Herkunft und Provenienz
Darnaut starb 1937, seine Bilder waren zu diesem Zeitpunkt in Wiener Privatbesitz weit verbreitet. Wie bei allen Werken, die vor 1938 in Wien gesammelt wurden, prüfen wir, ob ein Bild zwischen 1938 und 1945 den Besitzer gewechselt hat und unter welchen Umständen. Hilfreich ist alles, was die Geschichte des Bildes in Ihrer Familie belegt: alte Rechnungen, Fotos der Wohnung, Verlassenschaftsakten, Versicherungslisten.
Wie läuft ein Ankauf bei Paul Grosslicht ab?
Schicken Sie uns Fotos des Werkes per E-Mail oder WhatsApp: Vorderseite, Rückseite, Signatur und Rahmen. Bei Darnaut bitten wir ausdrücklich um die Rückseite mit allen Etiketten und Beschriftungen. Sie erhalten eine erste, unverbindliche Einschätzung.
Für die genaue Bewertung sehen wir das Bild im Original, in unseren Räumen in der Piaristengasse in 1080 Wien oder bei größeren Beständen und Verlassenschaften bei Ihnen zu Hause. Wir prüfen Zuschreibung, Zustand und Herkunft und ordnen das Werk anhand aktueller Auktionsergebnisse ein. Besichtigung und Bewertung sind kostenlos und unverbindlich.
Danach erhalten Sie ein nachvollziehbares Angebot. Bei einem Hauptwerk besprechen wir mit Ihnen, ob der direkte Ankauf oder die Vermittlung an einen Sammler der bessere Weg ist. Entscheiden Sie sich für den Verkauf, ist die Auszahlung in vielen Fällen noch am selben Tag möglich. Es gibt keinen Zeitdruck und keine Verpflichtung, bis Sie zusagen.
Paul Grosslicht, Kunsthandel Wien
Der Kunsthandel Paul Grosslicht ist ein Wiener Familienbetrieb in dritter Generation mit mehr als 35 Jahren Erfahrung in der Bewertung von Kunst und Antiquitäten. Die österreichische Landschaftsmalerei um Emil Jakob Schindler gehört zu unseren Schwerpunkten im Ankauf, von Schindler selbst über Robert Russ, Marie Egner, Tina Blau und Olga Wisinger-Florian bis zu Hugo Darnaut. Neben Gemälden schätzen und kaufen wir Schmuck, Uhren, Möbel und Antiquitäten und begleiten Sie bei der Auflösung von Verlassenschaften.
Häufige Fragen zum Ankauf von Hugo Darnaut
Was ist ein Bild von Hugo Darnaut wert?
Großformatige Ölbilder der Plankenberger Zeit (etwa 1890 bis 1910) erzielten bei Wiener Auktionen zwischen rund 20.000 und 64.000 Euro. Mittelgroße Leinwände und gute Kartons liegen meist bei 5.000 bis 12.000 Euro, kleine Ölstudien bei 700 bis 4.000 Euro, Aquarelle bei 2.000 bis 4.000 Euro. Den konkreten Wert bestimmen Format, Entstehungszeit, Motiv und Zustand.
Wie hat Hugo Darnaut signiert?
Fast immer mit „H. Darnaut“ in Pinselschrift links oder rechts unten, häufig mit Jahreszahl. Frühe Bilder aus Düsseldorf tragen mitunter den Zusatz „Ddf“. Auf der Rückseite stehen oft ein eigenhändiger Titel, der volle Name und eine Wiener Adresse.
Welche Bilder von Darnaut sind am gefragtesten?
Am höchsten bezahlt werden große Leinwände aus den Jahren in Plankenberg mit Motiven aus dem Schlosspark und dem Wienerwald, außerdem Erntebilder und Herbststimmungen. Späte, kleine Kartons der 1920er- und 1930er-Jahre sind deutlich günstiger.
Gibt es ein Werkverzeichnis von Hugo Darnaut?
Ein gedrucktes Werkverzeichnis ist uns nicht bekannt. Die Zuschreibung stützt sich auf den Vergleich mit gesicherten Bildern, auf die Literatur zur Schule von Plankenberg und auf die Rückseite mit Etiketten, Stempeln und Beschriftungen.
Mein Bild ist verschmutzt oder der Rahmen beschädigt. Soll ich es vorher reinigen lassen?
Nein. Zeigen Sie uns das Bild im vorgefundenen Zustand. Eine unsachgemäße Reinigung kann die Malschicht beschädigen, und ein neuer Rahmen oder ein neuer Rückseitenschutz zerstört oft Etiketten, die für die Zuschreibung wichtig sind. Ob sich eine Restaurierung lohnt, lässt sich erst nach der Begutachtung sagen.
Kauft Paul Grosslicht auch Aquarelle und Studien an?
Ja. Wir kaufen Ölbilder, Ölstudien, Aquarelle und Zeichnungen ebenso an wie ganze Sammlungen und Nachlässe.
Kostet die Bewertung etwas?
Nein. Erstkontakt und Bewertung sind kostenlos und unverbindlich.
Muss ich nach Wien kommen?
Für die erste Einschätzung genügen Fotos per E-Mail oder WhatsApp. Für die genaue Bewertung sehen wir das Werk im Original, in Wien oder bei Ihnen vor Ort.
Quellen zu Biografie und Marktdaten: Belvedere Sammlung Online (Künstlerinfo nach Bestandskatalog der Österreichischen Galerie, 1992), Land Niederösterreich, Gedächtnis des Landes, Wikipedia (Hugo Darnaut), Kunsthandel Kovacek, Giese & Schweiger, Dorotheum (Wien; Künstlerseite, Losarchiv und Beitrag „Hugo Darnaut: Poesie der Malerei“), Auktionshaus im Kinsky (Wien; Ergebnisarchiv). Auktionsergebnisse gerundet und inklusive Käufergebühr und Umsatzsteuer; Stand der Recherche Oktober 2026.



