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Karl Goldammer: Bilder verkaufen und bewerten lassen
Der Maler, der Häuser porträtierte
Die Fassade der Wiener Staatsoper, ein Palazzo am Canal Grande im Vollmondlicht, der Hauptplatz von St. Pölten, ein Schloss an der Loire: Karl Goldammer malte Architektur so genau, dass man Gesimse und Fensterläden zählen kann. In vielen Wiener Wohnungen hängt eine seiner Farbradierungen oder Lithografien, etwa vom Griechenbeisl, vom Palmenhaus in Schönbrunn oder von der Otto-Wagner-Villa. Deutlich seltener sind seine Originale in Mischtechnik, Aquarell oder Öl. Eine Ansicht der Wiener Staatsoper erzielte im März 2024 im Auktionshaus im Kinsky 13.200 Euro.
Der Kunsthandel Paul Grosslicht in Wien kauft Werke von Karl Goldammer an und bewertet sie persönlich und marktgerecht. Bei Goldammer entscheidet meist eine einzige Frage über den Wert: Ist das Bild ein Original oder ein Druck aus einer Auflage? Zwischen beiden liegt oft ein Vielfaches. Auf dieser Seite lesen Sie, wer Goldammer war, woran Sie ein Original erkennen und welche Preise der Markt in den letzten Jahren bezahlt hat.
Wer war Karl Goldammer?
Karl Goldammer wurde am 3. März 1950 in Wien als Karl Strnad geboren. Seine Werke signierte er nicht mit dem tschechischen Familiennamen, sondern mit „Goldammer“, nach dem Singvogel. In Auktionskatalogen erscheint er deshalb unter mehreren Namensformen: Karl Goldammer, Karl (Strnad) Goldammer oder Karl Strnad-Goldammer. Wer nach Vergleichspreisen sucht, sollte alle drei Varianten prüfen.
Von 1964 bis 1969 besuchte er die Höhere Graphische Lehr- und Versuchsanstalt in Wien, die „Graphische“, an der Druckgrafik und Reproduktionstechnik gelehrt werden. 1969 wechselte er an die Akademie für angewandte Kunst Wien. Ab 1972 arbeitete er als freischaffender Maler und Lithograf. Die handwerkliche Ausbildung erklärt, warum Goldammer neben der Malerei so viel Druckgrafik geschaffen hat und warum diese technisch sauber gearbeitet ist.
1981 zeigte die Wiener Galerie Zentrum seine Aquarelle, Gouachen und Mischtechniken und gab dazu einen Katalog heraus. 1988 erschien die Mappe Otto Wagner, Wien mit Originalfarbradierungen, 1989 die Mappe Neue Wien-Graphiken mit Motiven wie dem Hundertwasserhaus und der Strudlhofstiege. Seine Arbeiten waren in zahlreichen Ausstellungen im In- und Ausland zu sehen.
Goldammer lebte und arbeitete in Maria Anzbach im westlichen Wienerwald. Dort bestand auch das Goldammer-Museum in der Galerie Anzbach, das im Juli 2018 geschlossen wurde. Karl Goldammer starb am 7. März 2020, wenige Tage nach seinem 70. Geburtstag.
Motive: Wien, Venedig und die Reisen

Den Kern seines Werks bilden Wiener Bauten: die Staatsoper, die Bauten Otto Wagners, das Griechenbeisl, das Bürgerliche Zeughaus, das Palmenhaus in Schönbrunn. Das zweite große Thema ist Venedig mit seinen Palazzi und Brücken, darunter der Palazzo Tron Memmo und der Palazzo Dario. Daneben entstanden Bilder von Reisen und aus der näheren Umgebung: Grado (1977), die Schlösser von Saumur und Ussé an der Loire (1990), das Hulbe-Haus in Hamburg (1989), der Hauptplatz von St. Pölten (1999) und Ansichten aus dem Wienerwald. Gelegentlich malte Goldammer auch Blumen, etwa ein Blatt mit Zyklamen von 1987.
Stilistik: Woran erkenne ich ein Werk von Karl Goldammer?
Die folgenden Merkmale helfen bei der ersten Einordnung. Sie ersetzen keine Begutachtung, zeigen aber, worauf es ankommt.
Motiv und Malweise
Goldammer malte realistisch und sehr detailliert. Im Mittelpunkt steht fast immer ein Gebäude oder ein Ensemble, oft als Fassadenansicht, mit genau wiedergegebenem Mauerwerk, Stuck, Fenstern und Dächern. Menschen spielen kaum eine Rolle. Viele Bilder leben von einer bestimmten Lichtstimmung, etwa dem Mondlicht über dem Canal Grande im Bild Vollmondschein, Palazzo Dario.
Original oder Druckgrafik
Die Originale sind überwiegend Mischtechniken, Aquarelle und Gouachen auf Papier. Größere Blätter sind häufig auf eine Platte kaschiert, das Venedig-Bild Vollmondschein, Palazzo Dario etwa misst 100 mal 45 Zentimeter. Ölbilder gibt es ebenfalls, sie sind aber selten.
Die Druckgrafik umfasst Farbradierungen und Farblithografien in Auflagen von 150 bis 750 Exemplaren. Sie sind fast immer mit Bleistift signiert und nummeriert, etwa 20/250 oder 132/750. Eine Radierung erkennen Sie am Plattenrand, der als Prägekante ins Papier gedrückt ist. Bei einer Lithografie fehlt diese Kante. Sehen Sie unter der Lupe ein gleichmäßiges Punkteraster, handelt es sich um einen Offsetdruck, also eine Reproduktion und keine Originalgrafik.
Signatur und Datierung
Goldammer signierte mit „Goldammer“, „K. Goldammer“ oder „Karl Goldammer“. Auf Originalen steht oft ein ausgeschriebenes Datum mit Ortsangabe, zum Beispiel „K. Goldammer 23. März 1987 M. Anzbach“ auf dem Zyklamen-Blatt oder „Goldammer 12. Sept. 1977“ mit dem Vermerk Grado. Diese tagesgenauen Datierungen sind ein gutes Erkennungsmerkmal. Druckgrafiken tragen die Bleistiftsignatur und die Auflagennummer am unteren Blattrand.
Ankaufswerte: Was ist ein Bild von Karl Goldammer wert?
Goldammer wird in Österreich regelmäßig versteigert, im Wiener Dorotheum und seinen Filialen in St. Pölten und Salzburg sowie im Auktionshaus im Kinsky. Die Preise unterscheiden sich nach Technik sehr stark.
Originale: Mischtechniken, Aquarelle, Gouachen, Öl
Das höchste bekannte Ergebnis erzielte die Ansicht der Wiener Staatsoper von 2000/2001 im März 2024 im Kinsky: 13.200 Euro bei einer Schätzung von 5.000 bis 10.000 Euro. Ebenfalls im Kinsky brachte das Hulbe-Haus in Hamburg von 1989 im April 2022 rund 7.260 Euro, ein Bild ohne Titel von 1987 im Dezember 2025 rund 4.220 Euro. Im Dorotheum erzielten Originale 4.750 Euro (Dezember 2017), 3.750 Euro für das Venedig-Bild Vollmondschein, Palazzo Dario (Dezember 2015) und rund 3.070 Euro (Dezember 2019).
Kleinere Blätter und weniger bekannte Motive liegen meist zwischen 1.000 und 2.000 Euro. Die Zyklamen von 1987 (44 mal 56 Zentimeter) kamen im März 2016 im Dorotheum auf 1.250 Euro, die Loire-Ansichten von Saumur und Ussé im April 2023 im Kinsky auf je rund 1.280 Euro. In derselben Kinsky-Auktion ist für drei weitere Goldammer-Bilder, darunter das Blatt aus Grado von 1977, kein Ergebnis ausgewiesen. Nicht jedes Original findet also sofort einen Käufer. Bekannte Wiener Motive in größerem Format sind am gefragtesten.
Druckgrafik
Signierte Farbradierungen und Farblithografien erzielen in den Online-Auktionen des Dorotheums meist Zuschläge zwischen 130 und 400 Euro. Beispiele: Palmenhaus in Schönbrunn (Auflage 250) 400 Euro, Wien, Griechenbeisl (Auflage 250) 280 Euro, die Otto-Wagner-Villa als Lithografie (Auflage 750) 300 Euro, ein Palazzo in Venedig als Lithografie (Auflage 499) 130 Euro. Ein beschädigter Rahmen, Wasserflecken oder ein vergilbtes Passepartout drücken den Preis zusätzlich. Ganze Mappen mit allen Blättern im Originalumschlag sind gesuchter als Einzelblätter.
Auktionspreis und Ankaufspreis
Die Ergebnisse im Kinsky und in den Saalauktionen des Dorotheums sind gerundet und enthalten Käufergebühr und Umsatzsteuer. Bei den kleineren Online-Auktionen weist das Dorotheum den Zuschlag ohne Gebühren aus. Der Einbringer erhält in jedem Fall weniger als den genannten Betrag, denn das Auktionshaus zieht seine Provision ab. Da Goldammer erst 2020 gestorben ist, fällt bei Weiterverkäufen über einer Mindestgrenze außerdem das Folgerecht an die Erben an. Ein Ankaufsangebot orientiert sich daher am Zuschlag vergleichbarer Werke. Dafür erhalten Sie den Betrag sofort und tragen kein Risiko, dass ein Bild unverkauft zurückkommt.
Besonderheiten: Werkverzeichnis, Herkunft und Urheberrecht
Kein Werkverzeichnis
Ein Werkverzeichnis zu Karl Goldammer ist uns nicht bekannt. Als Referenz dienen der Katalog der Galerie Zentrum von 1981, die beiden Grafikmappen von 1988 und 1989 und die Auktionsergebnisse. Umso wichtiger sind die Angaben auf dem Bild selbst: Signatur, Datum, Ortsangabe und bei Druckgrafik die Auflagennummer.
Herkunft belegen
Viele Originale wurden direkt beim Künstler gekauft, in der Galerie Anzbach oder über Wiener Galerien. Rechnungen, Widmungen, Ausstellungsetiketten auf der Rückseite oder ein Hinweis auf die Ausstellung in der Galerie Zentrum helfen bei der Bewertung. Fälschungen spielen bei Goldammer nach unserer Erfahrung kaum eine Rolle. Häufiger ist die Verwechslung von Originalgrafik mit einem gedruckten Kunstdruck oder Poster nach seinen Motiven.
Zustand und Urheberrecht
Arbeiten auf Papier sind lichtempfindlich. Nehmen Sie das Blatt nicht selbst aus dem Rahmen und lassen Sie es nicht neu kaschieren, bevor es begutachtet wurde. Goldammer starb 2020, seine Werke sind deshalb bis Ende 2090 urheberrechtlich geschützt. Für eine Veröffentlichung, etwa in einem Verkaufsinserat im Internet, ist streng genommen die Zustimmung der Rechteinhaber nötig. Fotos, die Sie uns für eine Bewertung schicken, sind davon nicht betroffen.
Wie läuft ein Ankauf bei Paul Grosslicht ab?
Schicken Sie uns Fotos des Bildes per E-Mail oder WhatsApp: Vorderseite, Rückseite, Signatur und, bei Druckgrafik, die Auflagennummer am unteren Rand. Schreiben Sie dazu, was Sie über die Herkunft wissen. Anhand dieser Fotos geben wir Ihnen eine erste, unverbindliche Einschätzung und sagen Ihnen, ob es sich um ein Original oder um Druckgrafik handelt.
Für die genaue Bewertung sehen wir das Werk im Original, in unseren Räumen in der Piaristengasse in 1080 Wien oder bei Verlassenschaften bei Ihnen vor Ort. Wir prüfen Technik, Zustand und Herkunft und ordnen das Bild anhand aktueller Auktionsergebnisse ein. Besichtigung und Bewertung sind kostenlos und unverbindlich.
Danach erhalten Sie ein nachvollziehbares Angebot. Entscheiden Sie sich für den Verkauf, ist die Auszahlung in vielen Fällen noch am selben Tag möglich. Bis Sie zusagen, gibt es keinen Zeitdruck und keine Verpflichtung.
Häufige Fragen zum Ankauf von Karl Goldammer
Was ist ein Bild von Karl Goldammer wert?
Das hängt vor allem von der Technik ab. Originale in Mischtechnik, Aquarell oder Öl erzielten bei Wiener Auktionen meist 1.000 bis 5.000 Euro, eine große Ansicht der Wiener Staatsoper 13.200 Euro (Kinsky 2024). Signierte Farbradierungen und Lithografien liegen meist zwischen 130 und 400 Euro.
Wie erkenne ich, ob mein Goldammer ein Original ist?
Druckgrafik trägt eine Auflagennummer wie 84/250 am unteren Rand. Originale sind nicht nummeriert, oft tagesgenau datiert und zeigen unter der Lupe Farbauftrag statt Druckstruktur. Sicherheit gibt die Begutachtung, für die erste Einschätzung genügen Fotos.
Warum steht auf manchen Katalogen „Strnad“?
Karl Goldammer wurde als Karl Strnad geboren und signierte unter dem Namen Goldammer. Auktionshäuser führen ihn deshalb auch als Karl (Strnad) Goldammer oder Karl Strnad-Goldammer.
Welche Motive von Goldammer sind am gefragtesten?
Bekannte Wiener Bauten wie die Staatsoper und Venedig-Ansichten in größerem Format erzielen die höchsten Preise. Reisebilder, kleinere Formate und Blumenstücke liegen darunter.
Gibt es ein Werkverzeichnis von Karl Goldammer?
Ein Werkverzeichnis ist uns nicht bekannt. Als Referenzen dienen der Katalog der Galerie Zentrum von 1981, die Grafikmappen von 1988 und 1989 sowie Auktionsergebnisse.
Kauft Paul Grosslicht auch Druckgrafik von Goldammer an?
Grundsätzlich Ja. Wir kaufen Originale, Grafikmappen und Einzelblätter an, einzeln oder im Rahmen einer Verlassenschaft. Aber in erster Linie interessieren wir uns für Goldammer Ölgemälde.
Kostet die Bewertung etwas?
Nein. Erstkontakt und Bewertung sind kostenlos und unverbindlich.
Muss ich nach Wien kommen?
Für die erste Einschätzung genügen Fotos per E-Mail oder WhatsApp. Für die genaue Bewertung sehen wir das Werk im Original, in Wien oder bei Ihnen vor Ort.
Paul Grosslicht, Kunsthandel Wien
Der Kunsthandel Paul Grosslicht ist ein Wiener Familienbetrieb in dritter Generation mit über 40 Jahren Erfahrung in der Bewertung von Kunst und Antiquitäten. Neben österreichischer Malerei des 20. Jahrhunderts kaufen wir Wien- und Venedig-Ansichten aller Epochen an, von den Venedig-Bildern einer Antonietta Brandeis bis zu Goldammers Architekturbildern. Außerdem schätzen und kaufen wir Schmuck, Uhren, Möbel und Antiquitäten und begleiten Sie bei der Auflösung von Verlassenschaften.
Ob Sie ein einzelnes Original, eine Grafikmappe oder den Inhalt einer ganzen Wohnung bewerten lassen möchten: Sie erreichen uns direkt und persönlich.
Quellen zu Biografie und Marktdaten: Wikipedia (Karl Goldammer, deutsch), Auktionshaus im Kinsky (Wien; Künstlerseite und Losseiten 2022 bis 2025, Katalogangabe zur Ausstellung Galerie Zentrum 1981), Dorotheum (Wien, St. Pölten, Salzburg; Ergebnisse 2014 bis 2024). Auktionsergebnisse gerundet; Kinsky und Dorotheum-Saalauktionen inklusive Käufergebühr und Umsatzsteuer, Dorotheum-Online-Auktionen als Zuschlag; Stand der Recherche November 2026.




