Ernst Graner – Aquarelle und Gemälde verkaufen und bewerten lassen
Das Wien, das es nicht mehr gibt
Wer ein Aquarell von Ernst Graner betrachtet, schaut in eine Stadt, die so nicht mehr existiert: die Hofburg bei einer kaiserlichen Ausfahrt, der Prachtbau der Wiener Rotunde, der Philipphof am Ring, das alte Stadttheater. Graner malte Wien zur Zeit der Monarchie – mit der Präzision eines Architekten und der Leichtigkeit eines Aquarellisten, dem die Technik so selbstverständlich war wie anderen das Atmen.
Er gilt bis heute als einer der bedeutendsten Wiener Aquarellisten seiner Generation. Und weil seine Bilder nicht nur Kunst, sondern auch Stadtgeschichte sind, werden sie von Sammlern, Museen und Wiener Institutionen gleichermaßen geschätzt.
Wer war Ernst Graner?
Ernst Graner wurde am 25. September 1865 im sächsischen Werdau geboren, kam aber bereits als Kind nach Wien und wuchs in Hietzing auf. Sein Weg zur Malerei verlief alles andere als geradlinig: Zunächst absolvierte er eine Goldschmiedelehre, dann eine Ausbildung zum Lithographen, ehe er bei Josef Grandauer zwei Jahre lang Zeichenunterricht erhielt. Erst dann, 1885, trat er in die Wiener Akademie der bildenden Künste ein.
Dort studierte er bis 1890 in der Landschaftsklasse bei Eduard Peithner von Lichtenfels – demselben Lehrer, bei dem auch Maximilian Suppantschitsch ausgebildet worden war. Die Akademie gab Graner das handwerkliche Fundament; was er daraus machte, war sein eigenes: eine Bildsprache, die an Rudolf von Alt erinnert, ohne ihn zu kopieren – dieselbe Klarheit, dieselbe Freude an der Wirklichkeit, aber mit einem eigenen, warmherzigen Blick auf das städtische Leben.
Ab 1890 stellte Graner regelmäßig auf Wiener Ausstellungen aus, zunächst mit Landschaftsgemälden, bald mehr und mehr mit Stadtansichten und Architekturaquarellen. 1910 wurde er ordentliches Mitglied des Aquarellisten-Clubs der Genossenschaft der Bildenden Künstler Wiens. Zu seinen Lebzeiten wurden seine Werke von Zeitungsschreibern lobend erwähnt; in Nachrufen nach seinem Tod hob man den an Rudolf von Alt erinnernden Stil hervor.
Ernst Graner starb am 27. November 1943 in Wien. Die Stadt ehrte ihn 1961 mit der Benennung der Granergasse in Wien-Inzersdorf und widmete ihm ein Ehrengrab am Zentralfriedhof.
Warum sind Werke von Ernst Graner heute im Kunsthandel gefragt?
Graners Aquarelle sind aus zwei Gründen begehrt – und dieser Doppelwert macht sie besonders stabil am Markt.
Der erste Grund ist künstlerischer Natur: Graner beherrschte die Aquarelltechnik auf einem Niveau, das bis heute überzeugt. Die Leuchtkraft seiner Farben, die Detailgenauigkeit der Architektur, das Leben in den Straßen – Menschen, Kutschen, kaiserliche Prozessionen – das ist keine bloße Dokumentation, sondern handwerklich und kompositorisch durchdachte Malerei.
Der zweite Grund ist stadthistorisch: Ein erheblicher Teil der von Graner festgehaltenen Bauten und Plätze existiert heute nicht mehr. Die Wiener Rotunde, der Philipphof, das alte Stadttheater – wer diese Orte in ihrer Blütezeit sehen will, schaut in ein Aquarell von Graner. Das gibt seinen Bildern einen Dokumentcharakter, der im Wiener Sammelmarkt stets gefragt ist.
Seine Werke befinden sich im Wien Museum, im Belvedere und in zahlreichen Privatsammlungen. Bei österreichischen Auktionshäusern tauchen sie regelmäßig auf und erzielen verlässliche Preise.
Wie erkenne ich ein Werk von Ernst Graner?

Technik: Aquarell, meist auf Karton oder Papier. Seltener Ölgemälde, vorwiegend aus der Frühzeit. Gelegentlich auch Mischtechniken.
Motive: Das Herzstück seines Werks sind Wiener Innenstadt- und Vorstadtansichten – Hofburg, Schönbrunn, Ringstraße, Naschmarkt, Innenstadtgassen. Daneben Landschaften aus dem Wiener Umland, gelegentlich Motive aus dem Salzkammergut (wo er sich bei seiner Frau, einer gebürtigen Klamerin, zeitweilig aufhielt).
Staffage: Graner bevölkert seine Stadtbilder gerne mit kleinen Figuren – Passanten, Marktleute, Kutschen, kaiserliche Ausfahrten. Diese Staffagen sind nie aufgesetzt, sondern Teil des Bildes.
Stil: Präzise Architekturzeichnung, luftige Aquarelltechnik, warme Farbgebung. Der Vergleich mit Rudolf von Alt ist nicht unzutreffend, auch wenn Graner weniger streng ist und die Atmosphäre stärker betont.
Format: Klein bis mittelgroß. Größere Formate sind seltener und entsprechend gesuchter.
Signatur: Meist E. Graner, oft mit Datierung. Die Signatur findet sich gewöhnlich unten links oder rechts. Manche Werke tragen zusätzlich Ortsangaben auf der Rückseite.
Wie läuft ein Ankauf bei Paul Grosslicht ab?
Der erste Schritt ist unkompliziert: Schicken Sie uns Fotos des Werkes – Vorderseite, Rückseite, Signatur und wenn vorhanden Angaben auf dem Passepartout oder Rahmen. Auf Basis dieser Aufnahmen erhalten Sie eine erste Einschätzung, ob und unter welchen Bedingungen ein Ankauf möglich ist.
Bei konkretem Interesse kommt Paul Grosslicht persönlich zu Ihnen – vorwiegend in Ostösterreich, kurzfristige Termine sind möglich. Die Besichtigung und Bewertung sind kostenlos und unverbindlich.
Wenn beide Seiten sich einig sind, kann die Abwicklung rasch gehen. Eine Auszahlung noch am selben Tag ist in vielen Fällen möglich.
Warum Paul Grosslicht kontaktieren?
Paul Grosslicht betreibt den Wiener Kunsthandel seit über 35 Jahren – das Familienunternehmen in dritter Generation. Der Schwerpunkt liegt im An- und Verkauf erlesener Antiquitäten und Kunstgegenstände, von Gemälden und Aquarellen über Kunstobjekte bis hin zu Schmuck und Uhren. Fallweise besteht eine Kooperation mit dem Dorotheum in Wien, was für besondere Werke zusätzliche Vermarktungswege eröffnet.
Gerade Wiener Veduten und Stadtansichten sind ein Bereich, in dem langjährige Marktkenntnis den Unterschied macht – zwischen einer Schätzung, die den echten Wert trifft, und einer, die ihn verfehlt. Der Erstkontakt ist unverbindlich, die Bewertung kostenlos.




[…] der Monarchie und nach Italien. Ein weiterer Schüler von Eduard Peithner von Lichtenfels war Ernst Graner, ebenfalls ein Vedutenmaler mit […]