Goldmünzen Ankauf Wien

Goldmünzen verkaufen und bewerten lassen

Material- oder Sammlerwert? Bei Münzen zählt beides

Goldmünzen sind in österreichischen Nachlässen besonders häufig, weil Gold hier über Generationen als Wertanlage gehalten wurde. Dukaten in der Schublade, ein paar Kronen aus der Monarchie, ein Wiener Philharmoniker oder ausländische Stücke wie der Sovereign und das Vreneli gehören zu den typischen Funden.

Wie bei allem Gold gibt es zwei Werte. Den einen bestimmt der Materialwert, also das Feingewicht der Münze multipliziert mit dem aktuellen Goldpreis. Den anderen bestimmt der numismatische Sammlerwert, der sich aus Jahrgang, Prägeort, Auflage, Erhaltungsgrad und Seltenheit ergibt. Bei gängigen Anlage- und Handelsmünzen liegen beide Werte nah beieinander, der Materialwert entscheidet. Bei seltenen Jahrgängen, besonderen Varianten oder hervorragender Erhaltung kann der Sammlerwert den Materialwert dagegen deutlich übersteigen. Diese Unterscheidung ist der Kern jeder seriösen Münzbewertung.


Österreichische Goldmünzen im Überblick

Dukaten

Der österreichische Golddukaten ist die klassische Handelsgoldmünze des Landes. Er besteht aus 986/1000 Gold, dem höchsten Feingehalt der historischen Umlaufmünzen. Der Ein-Dukaten wiegt 3,49 Gramm (rund 3,44 Gramm Feingold), daneben gibt es den schwereren Vier-Dukaten mit knapp 14 Gramm. Im Original wurde der Dukaten zwischen 1872 und 1914 in der Donaumonarchie geprägt. Die Münze Österreich prägt ihn bis heute als Handelsmünze mit dem unveränderten Jahr 1915 nach, weshalb dieses Datum für sich genommen kein Hinweis auf ein historisches Original ist.

Gulden (Florin)

Die 4- und 8-Gulden-Stücke (auch Florin genannt) bestehen aus 900/1000 Gold. Sie wurden nach dem Standard der Lateinischen Münzunion geprägt und entsprachen in Gewicht und Feingehalt den 10- und 20-Franc-Stücken. Das 8-Gulden-Stück wiegt 6,45 Gramm (5,81 Gramm Feingold), das 4-Gulden-Stück die Hälfte. Geprägt wurden sie mit dem Porträt Kaiser Franz Josephs bis zur Währungsreform 1892, als die Krone den Gulden ablöste.

Kronen

Mit der Währungsreform 1892 kamen die Goldkronen, ebenfalls aus 900/1000 Gold. Geläufig sind die Stücke zu 10, 20 und 100 Kronen. Die 100-Kronen-Münze wiegt 33,875 Gramm und enthält rund 30,5 Gramm Feingold, das 20-Kronen-Stück 6,78 Gramm. Auch die Kronen werden von der Münze Österreich als Handelsmünzen mit dem fixen Jahr 1915 nachgeprägt.

Wiener Philharmoniker

Der Wiener Philharmoniker ist die moderne Anlagemünze der Münze Österreich, seit 1989 geprägt, mit einem Feingehalt von 999,9/1000 (Feingold). Erhältlich ist er in den Stückelungen von einer Unze bis zur kleinen 1/25-Unze. Die Münze ist gesetzliches Zahlungsmittel, die Unze trägt seit der Euro-Umstellung 2002 einen Nennwert von 100 Euro. Der Philharmoniker zählt zu den meistverkauften Anlagegoldmünzen der Welt.


Internationale Gold- und Anlagemünzen

In Wiener Beständen tauchen regelmäßig auch ausländische Goldmünzen auf. Die wichtigsten:

  • Britischer Sovereign. Aus 916,7/1000 Gold (22 Karat), Raugewicht 7,99 Gramm, 7,32 Gramm Feingold. Seit 1817 geprägt, meist mit dem Motiv des heiligen Georg im Kampf mit dem Drachen.
  • Schweizer Vreneli. Das 20-Franken-Stück aus 900/1000 Gold, Raugewicht 6,45 Gramm, 5,81 Gramm Feingold, geprägt 1897 bis 1949. Es teilt den Standard der Lateinischen Münzunion und ist damit gewichts- und feingehaltsgleich mit dem französischen 20-Franc-Stück.
  • Französischer 20-Franc-„Napoleon“. Ebenfalls 900/1000 Gold, 5,81 Gramm Feingold, eine der verbreitetsten historischen Anlagemünzen Europas.
  • Südafrikanischer Krügerrand. Aus 916,7/1000 Gold, durch den Kupferanteil rötlich, enthält genau eine Unze Feingold. Seit 1967 die erste moderne Anlagemünze und bis heute eine der bekanntesten.
  • Weitere Anlagemünzen. Kanadischer Maple Leaf (999,9), American Eagle (916,7) und der historische amerikanische Double Eagle zu 20 Dollar (900) gehören zu den international gängigen Stücken.

Was den Wert einer Goldmünze bestimmt

  • Materialwert. Feingewicht mal Tagespreis, die Untergrenze jeder Bewertung. Bei gängigen Anlagemünzen der entscheidende Faktor.
  • Jahrgang und Auflage. Seltene Jahrgänge mit niedriger Auflage können den Materialwert deutlich übersteigen. Manche Jahre existieren gar nicht (das Vreneli 1918 etwa wurde nie geprägt), andere sind besonders selten.
  • Erhaltungsgrad. Münzen werden nach Erhaltung beurteilt, von zirkuliert bis Stempelglanz. Eine herausragende Erhaltung hebt den Sammlerwert.
  • Original oder Nachprägung. Bei Dukaten und Kronen mit dem Jahr 1915 ist zu unterscheiden, ob ein historisches Original oder eine spätere Handelsnachprägung vorliegt.
  • Varianten und Prägeorte. Münzzeichen, Stempelvarianten und Prägeorte können den Wert beeinflussen und sind für die Zuordnung wichtig.
  • Vollständigkeit. Bei modernen Anlagemünzen erhöhen Originaletui, Zertifikat und Originalverpackung den Wert, besonders bei Sondergrößen und Sätzen.

Steuer: Anlagegold ist in Österreich mehrwertsteuerfrei

Anlagegold ist in Österreich von der Umsatzsteuer befreit. Die Voraussetzungen sind im Umsatzsteuergesetz festgelegt (§ 6 Abs. 1 Z 8 lit. j UStG). Eine Goldmünze gilt als steuerfreies Anlagegold, wenn sie einen Feingehalt von mindestens 900/1000 hat, nach 1800 geprägt wurde, in ihrem Ursprungsland gesetzliches Zahlungsmittel ist oder war und üblicherweise zu einem Preis verkauft wird, der den Goldwert um nicht mehr als 80 Prozent übersteigt. Das Bundesministerium für Finanzen führt dazu ein jährliches Verzeichnis der anerkannten Münzen.

Damit sind die gängigen Anlage- und Handelsmünzen steuerfrei, darunter der Wiener Philharmoniker, Dukaten, Kronen und Gulden ebenso wie Krügerrand, Maple Leaf, American Eagle, Sovereign und Vreneli. Goldbarren sind ab einem Feingehalt von 995/1000 ebenfalls steuerfrei. Rein numismatische Sammlermünzen, die weit über dem Goldwert gehandelt werden, oder vor 1800 geprägte Stücke können dagegen anders behandelt werden.

Diese Angaben dienen der Orientierung und ersetzen keine Steuerberatung. Für Fragen zur persönlichen steuerlichen Situation, etwa zur Behaltedauer beim Wiederverkauf, wenden Sie sich bitte an einen Steuerberater.


Worauf bei Echtheit und Fälschungen zu achten ist

Goldmünzen werden seit jeher gefälscht, vom Vreneli über den Sovereign bis zum Dukaten. Mehrere Merkmale helfen bei der Prüfung.

Gewicht und Maße. Jede Münze hat ein genau definiertes Raugewicht, einen festen Durchmesser und eine feste Dicke. Abweichungen sind ein deutliches Warnsignal. Ein Vreneli etwa wiegt 6,45 Gramm bei 21 Millimetern Durchmesser, eine Abweichung deutet auf eine Fälschung hin.

Randgestaltung. Viele Goldmünzen tragen eine charakteristische Randprägung oder Riffelung. Ein abweichender oder unsauberer Rand ist verdächtig.

Original oder Nachprägung. Bei österreichischen Dukaten und Kronen mit dem fixen Jahr 1915 ist die Unterscheidung zwischen historischem Original und offizieller Handelsnachprägung für die Bewertung entscheidend.

Magnetprobe und Materialprüfung. Gold ist nicht magnetisch. Eine fachkundige Prüfung umfasst Wägung, Maße und bei Bedarf eine zerstörungsfreie Materialanalyse.

Gerade weil hohe Werte im Spiel sind und Fälschungen teils sehr gut gemacht sind, lohnt die Begutachtung durch einen Fachmann, bevor verkauft wird.


Wie läuft ein Ankauf bei Paul Grosslicht ab?

Der erste Schritt ist einfach. Schicken Sie uns Fotos der Münzen, jeweils von Vorder- und Rückseite, möglichst scharf und mit erkennbarer Jahreszahl und Randgestaltung. Bei größeren Beständen genügt für den Anfang eine übersichtliche Gesamtaufnahme. Auf Basis dieser Fotos erhalten Sie eine erste Einschätzung, ob und in welchem Rahmen ein Ankauf möglich ist.

Bei konkretem Interesse kommt Paul Grosslicht persönlich zu Ihnen, kurzfristige Termine sind möglich. Bei umfangreichen Sammlungen oder ganzen Nachlässen ist der Hausbesuch in der Regel die sinnvollere Variante. Die Besichtigung und Bewertung sind kostenlos und unverbindlich.

Wenn beide Seiten sich einigen, kann die Abwicklung sehr rasch gehen. Eine Auszahlung noch am selben Tag ist in vielen Fällen möglich, auf Wunsch bar oder per Überweisung. Bei seltenen Sammlermünzen mit hohem numismatischem Wert ist fallweise eine Vermittlung an spezialisierte Sammler oder die Einlieferung in eine Münzauktion sinnvoller als der direkte Ankauf. Fallweise besteht dafür eine Kooperation mit dem Dorotheum in Wien. Auch das wird im persönlichen Gespräch geklärt.


Häufige Fragen zum Goldmünzen-Ankauf

Sind Goldmünzen steuerfrei? Anlagegold ist in Österreich von der Umsatzsteuer befreit. Eine Goldmünze gilt als Anlagegold, wenn sie mindestens 900/1000 Feingehalt hat, nach 1800 geprägt wurde, gesetzliches Zahlungsmittel ist oder war und höchstens 80 Prozent über dem Goldwert gehandelt wird. Die gängigen Anlage- und Handelsmünzen erfüllen das.

Woher weiß ich, ob meine Dukaten alt oder neu sind? Österreichische Dukaten und Kronen werden bis heute mit dem fixen Jahr 1915 nachgeprägt. Das Jahr allein sagt also nichts über das Alter aus. Ob ein historisches Original oder eine spätere Handelsnachprägung vorliegt, lässt sich an Prägemerkmalen erkennen und gehört zur fachkundigen Bewertung.

Was bestimmt den Wert einer Goldmünze? Der Materialwert (Feingewicht mal Goldpreis) bildet die Untergrenze. Darüber kann ein numismatischer Sammlerwert liegen, der sich aus Jahrgang, Auflage, Erhaltungsgrad und Seltenheit ergibt.

Kaufen Sie auch einzelne Münzen an? Ja. Wir bewerten und kaufen einzelne Münzen ebenso wie ganze Sammlungen und Nachlässe.


Warum Paul Grosslicht kontaktieren?

Paul Grosslicht betreibt den Wiener Kunsthandel seit über 35 Jahren, das Familienunternehmen in dritter Generation. Der Tätigkeitsschwerpunkt liegt im An- und Verkauf erlesener Antiquitäten und Kunstgegenstände, von Gemälden und Kunstobjekten über Porzellan, Silber und Uhren bis hin zu Gold in allen Formen. Fallweise besteht eine Kooperation mit dem Dorotheum in Wien, was für besondere Stücke zusätzliche Vermarktungswege eröffnet.

Ob aus einem Nachlass, einer aufzulösenden Sammlung oder als Einzelstück: Der Erstkontakt ist unverbindlich, die Bewertung kostenlos. Und wer keine Zeit verlieren möchte, bekommt rasch Klarheit.